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Berner Neustart im Zuger Altbau

Im vierten Spiel dieser Saison hat der SC Bern zum dritten Mal gewonnen. Die Mannschaft von Larry Huras behielt in Zug die Oberhand. Damit rücken die mageren Frühlingsauftritte an gleicher Stätte vorerst in den Hintergrund.

Dem einen oder andern Berner Eishockeyanhänger dürfte der gestrige Gang in die Zuger Hertihalle schwer gefallen sein. In der 6380 Personen fassenden Arena war die letzte Saison des vermeintlichen Branchenleaders zu Ende gegangen, hatten die begabten Individualisten rund um Trainer John van Boxmeer dem homogenen Ensemble Doug Sheddens nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen gehabt. Die Befürchtung, die uninspirierten Auftritte seien in den Köpfen der Akteure hängen geblieben, erhärtete sich nicht. Der SC Bern war unter Van Boxmeers Nachfolger Larry Huras über weite Strecken das bessere Team und setzte sich mit 2:0 durch.Freunde gehobener Eishockeykunst kamen im Startabschnitt nicht einmal Ansatzweise auf ihre Rechnung. Akzente setzte Jean-Pierre Vigier, der sich zuerst auf der Strafbank und wenig später unter dem Zuger Torhüter Jussi Markkanen wieder fand. Allein der Blick auf Vigiers mehrfach malträtierte Nase offenbart, wegen welcher Qualitäten der Kanadier von den Bernern verpflichtet worden war. Gamaches VorbereitungIm Mitteldrittel übernahmen die Gäste im Zuge einer Tempoverschärfung das Kommando; Markkanen rückte zusehends ins Zentrum des Geschehens und musste in der 26. Minute erstmals hinter sich greifen: Simon Gamache, für viele der Inbegriff des letztjährigen Scheiterns, hatte mittels sehenswertem Querpass Lubos Bartecko bedient, welcher sich seinen dritten Treffer im SCB-Dress gutschreiben lassen konnte. Zweieinhalb Minuten später erzielte Travis Roche in doppelter Überzahl das 2:0. Auf der Gegenseite entpuppten sich neben dem 128-maligen NHL-Spieler Markkanen der einstige Berner Björn Christen und der frühere «Tiger» Josh Holden als auffälligste Akteure – auch ihrer regen Präsenz auf der Strafbank wegen. In den letzten 20 Minuten schalteten die Berner einen Gang zurück – abgesehen von Marco Bührer, der in der Schlussphase einmal den Support des Pfostens beanspruchte, sonst jedoch eine hervorragende Darbietung zeigte.Warten auf den Frühling«Wir vor ich» laute das Motto, hatte SCB-Sportchef Sven Leuenberger vor Saisonbeginn verkündet. Verbunden mit der Vorgabe, in der Qualifikation zusammenzuwachsen, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, ohne dabei zu viel Pulver zu verschiessen. So genügsam die Worte klingen, so heikel ist die Aufgabe für Larry Huras: Die Geduld dürfte auf der Stehrampe weniger ausgeprägt vorhanden sein als in der Geschäftsstelle. Im Hinblick auf das heutige Heimspiel gegen Ambri jedoch können sich die Berner auf einen warmen Empfang freuen. Was der gestrige Erfolg wirklich wert ist, wird sich erst im Frühling weisen. Sollte den Bernern dannzumal selbiges widerfahren wie zwölf Monate zuvor, würden sich deren Anhänger zu Beginn der Saison 2010/11 mit der Fahrt nach Zug nicht mehr ganz so schwer tun wie gestern. Die Heimstätte der Innerschweizer wird im Sommer einem rund 7000 Personen fassenden Komplex weichen. Schon jetzt steht jedoch fest, dass der Berner Neustart im Zuger Altbau geglückt ist.Micha Jegge>

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