Sions Penaltyglück dank Beney

Der FC Sitten ist der erste Cupfinalist 2009. Im Elfmeterschiessen avancierte Goalie Nicolas Beney zum Walliser Matchwinner.

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Es war spät geworden auf der Allmend, und der Cup-Halbfinal Luzern - Sion war nach wie vor kein spielerischer Genuss. Aber jetzt lebte diese Partie doch von gehobener Spannung - eine Begegnung, die bis zur 85. Minute torlos geblieben war, in der aber je ein Treffer in der restlichen Zeit der regulären Dauer eine Verlängerung notwendig gemacht hatten. Und weil in der zusätzlichen halben Stunde keine Tore fielen, gab es ein weiteres Supplement: Das Penaltyschiessen.

Die Partie wurde so zum absoluten Nervenspiel, und dieses brachte einen neuen Walliser Helden hervor. Nicolas Beney, der Torhüter und im Normalfall nur Ersatzmann hinter dem Ägypter El-Hadary, wehrte die Elfmeter der Luzerner Paiva und Pacar ab. Die Sittener verwerteten alle ihre Versuche. Das bedeutete: 4:2 im Penaltyschiessen. Und das bedeutete vor allem: Elfte Cupfinal-Qualifikation Sions. Und Frust beim FCL, dessen Trainer Rolf Fringer hinterher selbstkritisch bemerkte: «Wir haben uns zu viele Fehler geleistet und einen hohen Aufwand betreiben müssen. Natürlich ist es Pech, dass wir im Penaltyschiessen verlieren, aber wir haben gegen eine richtige Cupmannschaft verloren.»

Viel Anlauf zur Spannung

Dabei waren die Luzerner erwartungsfroh gestartet. «Finale» sangen die Anhänger vor dem Anpfiff. Die Aufforderung erhielt der Gastgeber schriftlich. «Alles riskieren – Bern anvisieren» stand auf einem Transparent, die Atmosphäre war aufgeheizt und erreichte vor dem Anpfiff ein beachtliches Niveau.

Dann überliessen sie den zwei Mannschaften das Feld, die dem Ganzen eine Note geben wollten, die einigermassen zu diesem Rahmen gepasst hätte. Es fing aber ein Match an, der lange ereignislos verlief und nicht den Charakter eines Cup-Halbfinals haben wollte. Daran änderte auch Christian Constantin nichts, der die Rolle des Trainers übernahm und in der Coaching Zone zur Walliser Attraktion wurde. Dass es bei Halbzeit 0:0 stand, konnte kein Zufall sein, erst recht nicht, weil Reset die beste Gelegenheit nach einem Sturmlauf über das halbe Feld kläglich ausliess.

12500 Zuschauer meldete der Speaker nach 70 Minuten und schob nach: «Ausverkauft». Das machte die Partie aber nicht Deut besser. Afonso leistete sich den Luxus, nach 73 Minute eine vorzügliche Chance auszulassen, aber die Führung glückte Sion trotzdem. Nach 85 Minuten lief Reset los, Monterrubio winkte ihm, bekam den Flankenball auf seinen linken Fuss und traf. 1:0 hiess es, und was sollte die Sittener noch davon abhalten, sich zum elften Mal für den Cupfinal zu qualifzieren?

1:1 statt 2:0 für Sion

So mager bis dahin alles gewesen war, so sehr gewann dieses Spiel noch unerwartet an Dramatik. Sion stürmte weiter, auf einmal ergab sich eine krasse Überzahlsituation zu viert gegen einen Luzerner – und wurde bös bestraft. Sekunden vor Ablauf der fünften Nachspielminute flankte Gajic zur Mitte und fand mit seiner Vorlage Lustenberger. Der Linksverteidiger war vergessen worden. Lustenberger glich mit dem Kopf aus und sorgte für Hoffnung. Bis Sions Beney seine Auftritte hatte.

Im Cupfinal wird Sion wieder einen Trainer haben: Sein Name könnte Didier Tholot sein. (Der Bund)

Erstellt: 14.04.2009, 08:05 Uhr

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