Geschlechtstest bei 800-Meter-Siegerin

An der Leichtathletik-WM hat Caster Semanya das 800-Meter-Rennen der Frauen gewonnen – nicht ohne Nebengeräusche.

Die frischgebackene 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya aus Südafrika muss sich auf Weisung des Leichtathletik-Weltverbandes einem Sextest unterziehen. Zweifel, ob die 18-Jährige eine Frau ist, waren wegen ihrer männlichen Erscheinung bereits vor ihrem überlegenen Sieg im Final gestern Mittwoch aufgetreten. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung sollen innerhalb einer Woche vorliegen. Sollte sich herausstellen, dass Caster Semenya ein Hermaphrodit (Zwitter) oder ein Mann ist, würde sie aus den Frauen-Konkurrenzen gestrichen. Sie gewann gestern mit der Jahresweltbestzeit von 1:55,45 überlegen WM-Gold. Semenya hatte erstmals drei Wochen vor den Titelkämpfen für Aufsehen gesorgt, als sie aus dem Nichts mit 1:56,72 erstmals Weltjahresbestzeit gelaufen war. «Wir haben keine Beweise, um ihr einen Start zu verbieten», sagte Verbandssprecher Nick Davies gestern vor dem 800m-Final.Geschlechts-Tests sind bei den Olympischen Spielen 1968 eingeführt worden, nachdem eine Reihe von osteuropäischen Athleten in Verdacht geraten waren, Hermaphroditen zu sein. Vor den Sommerspielen 2000 in Sydney wurde die sogenannte «Gender verification» jedoch wieder abgeschafft; sie ist nur noch in zweifelhaften Fällen vorgesehen und wird in vereinzelten Sportverbänden praktiziert.Wie der Vater so der Sohn 18 Jahre nach seinem Vater Billy Konchellah wurde Youssef Saad Kamel Mittelstrecken-Weltmeister. Der Kenianer Billy Konchellah hatte 1987 und 1991 die Titel über 800 m geholt. Sein Sohn (einst Gregory Konchellah), ein ebenso eleganter Läufer, der seit 2003 für Bahrain startet, siegte im Spurt eines mit grosser Spannung erwarteten Finals über 1500 m. Bis zu dieser Saison war auch der 26-jährige Kamel ein Zweirunden-Läufer (5. bei Olympia in Peking), erst auf 2009 hin wechselte er auf die «Meile». Sein Neo-Landsmann in Bahrain, Olympiasieger Rashid Ramzi, fehlte in Berlin wegen einer Dopingsperre; er wird seine Olympia-Goldmedaille höchstwahrscheinlich verlie-ren. Der Deutsche Robert Harting, der am Tag zuvor die Dopingopfer der DDR auf gemeine Weise beleidigt hatte, siegte im Diskuswerfen. Mit seinem letzten Versuch auf 69,43 m entthronte der Berliner Robert Harting im Diskusfinal den führenden Polen Piotr Malachowski (69,15). Der grosse Favorit, der 30-jährige Este Gerd Kanter, Olympiasieger und Titelverteidiger, kam mit seinem besten Wurf (66,88) nicht über den 3. Rang hinaus. Es war seine erste Niederlage nach 28 Siegen in Folge.si >

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