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YB-Fans erneut im Brennpunkt

Die Anhänger der Young Boys haben auch am Samstag in St.Gallen

«So ein Verhalten einiger weniger Idioten kann man nicht akzeptieren. Ich hoffe, dass diese Männer entdeckt werden und auf immer und ewig Stadionverbot bekommen.» Dieses Zitat stammt von Markus Babbel. Der Trainer des VfB Stuttgart reagierte am Samstag mit einer derartig heftigen Aussage, weil Stuttgarter Anhänger in Frankfurt beim 3:0-Sieg der Gäste in der 87.Minute (einmalig) pyrotechnisches Material gezündet hatten. In Deutschland kennt man kein Pardon mit fehlbaren Fans, die Partie stand vor dem Abbruch, Babbel und Stuttgart-Spieler beschwichtigten die Fans. Und der Deutsche Fussballbund nimmt Ermittlungen nach diesem in der Bundesliga seltenen Vorfall vor. Wieder Busse für YBIn der Schweiz geht man derweil nicht wirklich streng gegen Fans vor, welche gegen die Regeln verstossen – beinahe in jeder Begegnung werden jedenfalls munter Feuerwerkskörper gezündet. Die YB-Fans brannten am Samstag, beim 3:2-Erfolg in St.Gallen, mehrmals viel Pyro ab, dazu auch sehr laute Knallpetarden. Die Busse für die Young Boys wird mal wieder einige tausend Franken betragen. «Das ist sehr ärgerlich für uns», sagt YB-Medienchef Charles Beuret. «Wir verurteilen dieses Verhalten aufs Schärfste.» So spektakulär die Pyro-Einlagen aussehen mögen, so unnötig sind sie – das sieht auch Lukas Meier, YB-Fanarbeiter, so. «Auch wir von der Fanarbeit distanzieren uns von strafbaren Handlungen. Allerdings gehören Pyros zur Fankultur der Ultras. In dieser Thematik sind die Fronten leider total verhärtet, ein Dialog ist kaum möglich.» Vielleicht würde weniger Material abgebrannt, wenn die Strafen erheblich härter wären? «Das kann gut sein. Aber die Verhältnismässigkeit muss immer gewahrt bleiben», sagt Meier. Die Vorfälle in St.Gallen werfen erneut ein schlechtes Licht auf die YB-Fangemeinde. Rund tausend Berner Fans begleiteten die Young Boys nach St.Gallen und sorgten für einen fantastischen Support – eigentlich.Fankritik an PolizeiMit der helvetischen Kuscheljustiz für gewaltbereite Chaoten könnte es bald vorbei sein. Der «SonntagsBlick» berichtete gestern, ab nächster Saison sollen endlich Polizisten in den Stadien für Ruhe und Ordnung sorgen dürfen. Peter Gilliéron, der neue Präsident des Fussballverbandes, sagt: «Private Sicherheitsleute stossen in den Stadien an ihre Grenzen. Es braucht dort Polizisten.» Allerdings bleibt zu hoffen, dass die Ordnungshüter dabei mit mehr Gelassenheit vorgehen werden als am Samstag in St.Gallen. Laut YB-Fanarbeiter Luke Meier reagierte die Polizei vor dem Spiel (und vor der AFG-Arena) sehr aggressiv und unverhältnismässig auf einen einzelnen angetrunkenen YB-Fan, der an einem Zaun gerüttelt hatte. Die Polizei setzte Pfefferspray und Tränengas ein und sei damit hauptverantwortlich für die Eskalation gewesen. Denn nach dem YB-Sieg kam es in St. Gallen wieder einmal zu Ausschreitungen Berner Fans. Dabei setzte die Polizei Gummischrot ein – auch gegen Berner Steinewerfer. Lukas Meier verurteilt die Gewaltbereitschaft einiger YB-Fans. «Sie sind allerdings eine deutliche Minderheit aller Anhänger», sagt er. (fdr)>

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