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Bewährungsprobe in der Provinz

Nach der ersten Saisonniederlage und vor dem Spiel gegen Zürich tritt YB heute (17.00) in Baden zur ersten Runde im Cup an.

Noch heute spricht man in Bern ungern über den 20.Mai 2009. Ein schwarzer Tag für die Young Boys war das damals, das Berner Fussballvolk musste eine bittere Niederlage hinnehmen. Eine 2:0-Führung gab YB gegen den Cup-Rivalen FC Sion preis, das Spiel ging noch 2:3 verloren, die Ratlosigkeit in Bern war gross. Fünf guten Spielen, darunter die Finalqualifikation gegen den FC Basel, folgte ein schlechtes, welches den Titelgewinn verunmöglichte.Kein Gedanke an den FinalNeuer Anlauf, neues Glück: Mit der aktuellen Mannschaft ist YB im Hoch, in der Meisterschaft hat man trotz der ersten Niederlage gegen Xamax vom letzten Wochenende noch komfortable sechs Punkte Vorsprung. An den schwarzen Tag im Mai verschwendet YB-Trainer Valdimir Petkovic keine Gedanken mehr, ebenso wenig an das Spitzenspiel vom nächsten Mittwoch gegen Zürich. Der Cupmodus verlangt Siege, also soll die Konzentration zunächst nur dem FC Baden gelten, auch wenn dieser krass unterlegen erscheint. Doch Petkovic warnt: «Baden spielt einen körperlichen, gefährlichen und für die 1.Liga guten Fussball», ist der Trainer von den Qualitäten der Aargauer überzeugt.Ein Cupsieger bei BadenMit Daniel Tarone auf dem Spielfeld und Mirko Pavlicevic an der Seitenlinie verfügen die Badener auch über Super-League-Erfahrung – Tarone wurde 2005 mit dem FC Zürich gar Cupsieger. Mit all dem mag sich Petkovic aber nicht befassen, für ihn bleibt der Cup ein theoretisch einfacher Wettbewerb, wo das Erfolgsgeheimnis darin bestehe, «sich ungeachtet des Gegners nur mit dem nächsten Spiel zu beschäftigen.» Deswegen formuliert Petkovic vorderhand keine spektakulären Ziele, sondern schlicht: «In Baden von Anfang an das Spiel machen, und am Sieger keine Zweifel aufkommen lassen.» Auf dem Transfermarkt tätigte YB zuletzt einen langüberlegten Kauf. Nachdem YB-Berater Stéphane Chapuisat den französischen Stürmer Khaled Gourmi lange Zeit beobachtet hatte, kam es Anfang Woche zur Verpflichtung. Sportchef Alain Baumann hält aber fest: «Unser Kader ist komplett. Bis zur Winterpause werden wir uns nicht mehr verstärken.»Ghezal fehlt verletztKomplett wird YB in Baden nicht antreten können. Nach wie vor fehlt Mario Raimondi verletzt und auch Saïf Ghezal wird wegen muskulären Problemen nicht spielen. Matar Coly hat nach vermeintlicher Genesung wieder an einer leichten Hüftverletzung zu laborieren, sein Einsatz dürfte sich noch um ein paar Wochen hinauszögern. Erstmals seit April 2008 wieder auf dem Matchblatt wird dafür die Mittelfeld-Hoffnung Thierry Doubaï stehen, der Ivorer ist aber laut Petkovic nach seiner langen Verletzungspause (bald 18 Monate) noch nicht bereit für einen längeren Einsatz. «Wir nehmen Doubaï aufs Matchblatt, er muss näher an die Mannschaft rücken. Doch braucht er, trotz den Einsätzen im Nachwuchs, nach dieser langen Pause noch Zeit», sagt Petkovic und lässt sich bezüglich eines eventuellen Einsatzes des Ivorers nicht in die Karten schauen. Ob mit oder ohne Doubaï, YB wird in Baden für Aufmerksamkeit sorgen. Nebst dem zuletzt auch an den Auswärtsspielen zahlreichen Berner Anhang wird wahrscheinlich die ganze Badener Fussballgemeinde dabei sein – und den Ausflug in die Provinz zu einer echten Bewährungsprobe machen. Moritz Marthaler>

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