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Zahlen und Fakten: AHV unter Druck

Im Ringen um die langfristige Sicherung der AHV spielen folgende Zahlen und Fakten eine wesentliche Rolle:

Lebenserwartung:Die Menschen in der Schweiz sind seit 1876 im Schnitt praktisch ununterbrochen älter geworden: Die Lebenserwartung hat sich in dieser Zeit auf über 80 Jahre verdoppelt (79 für Männer, 84 Frauen). Halten die Trends an, dürfte sie bis 2030 um weitere fünf bis neun Jahre steigen. Zunächst war die zunehmende Lebenserwartung vor allem eine Folge der rückläufigen Säuglings- und Kindersterblichkeit. Seit etwa 1950 ist sie im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass das Alter länger dauert. Anders gesagt: Die Senioren von heute beziehen somit deutlich länger Rente als die Alten von früher.

Rentenalter:Beim Start der AHV 1948 galt für Männer wie Frauen Rentenalter 65. Als die Wirtschaft boomte, wurde das Frauenrentenalter in den 50er- und 60er-Jahren schrittweise auf 62 gesenkt, um später etappenweise wieder auf 64 zu steigen.

Demografie: Weil die Menschen im Schnitt älter werden und gleichzeitig seit 1970 immer weniger Kinder geboren worden sind, verändert sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen (sie finanzieren die AHV) und Rentnern (sie beziehen Geld). Auf einen Rentner kommen heute 3,5 Beitragszahlende. 2035 werden es noch 2,3 sein. Eine wichtige Rolle für die AHV-Finanzen spielen auch das Wirtschaftswachstum (je kräftiger die Löhne wachsen, desto mehr Geld fliesst in die AHV) und die Migration (mehr Einwanderer gleich mehr Beitragszahler).

Perspektiven:Bleiben die Leistungen der AHV unverändert und fliessen keine Mehreinnahmen, kommt es 2019 zu Liquiditätsproblemen, prognostiziert das Bundesamt für Sozialversicherungen. Um 2021 wäre dann der AHV-Fonds leer. Der Kollaps verschiebt sich um wenige Jahre, falls das Volk im September der Erhöhung der Mehrwertsteuer für die defizitäre IV zustimmt und so ermöglicht, diese aus dem AHV-Fonds herauszulösen.

Vorschlag des Ständerats:Der Ständerat will das Frauenrentenalter auf 65 erhöhen und die AHV-Renten weniger rasch der Teuerung anpassen, aber im Gegenzug für gewisse Einkommensklassen die Frühpension subventionieren. Unter dem Strich ergeben sich so Einsparungen von jährlich 594 Millionen (im Schnitt der Jahre 2015 bis 2021).

Neue Modelle für die AHV:Die Linke und auch viele Bürgerliche wollen den Ständeratsvorschlag und alle übrigen Ideen für eine 11. AHV-Revision beerdigen und stattdessen bald eine tiefgreifende 12. Reform an die Hand nehmen. Zu erwarten ist ein Mix aus Mehreinnahmen (wohl höhere Mehrwertsteuer) und Leistungsabbau. Eine Expertenbericht hat kürzlich mehrere Möglichkeiten skizziert. Beispiele: Die Renten sinken oder steigen automatisch je nach wirtschaftlicher und demografischer Entwicklung. Oder: Die Höhe der Altersrente berücksichtigt die Dauer und Beschwerlichkeit des Arbeitslebens.

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