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U-Boot-Bau mit Schweizer Maschine

Den sri-lankischen Regierungstruppen sind halb fertige U-Boote für Selbstmordanschläge in die Hände geraten. Eine einschlägige Maschine aus der Schweiz sorgte für diplomatische Noten

Die U-Boote waren für einmaligen Gebrauch bestimmt. Der Kapitän sollte am Ziel gleich mit in die Luft fliegen. Ob die tamilischen Rebellen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) je eines der U-Boote für Selbstmordattentate auf die sri-lankische Marine eingesetzt haben, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass sie im Begriff waren, mehrere solcher Schiffe zu bauen. Sie wurden jedoch von den Erfolgen der Regierungstruppen auf Sri Lanka überrascht und mussten ihre Waffenschmiede Hals über Kopf verlassen (siehe «Bund» vom 5. Februar). Stolz sendete das Fernsehen darauf Bilder der erbeuteten U-Boote im Rohzustand und einer Maschine, die für den Bau der Schiffe zentral ist: eine Blechbiegemaschine der Firma Häusler aus Duggingen bei Basel.LTTE in der EU verbotenFür die singhalesisch dominierte Regierung war diese Maschine ein Beweis mehr, dass den Tamil Tigers aus der Schweiz massive Unterstützung zukommt. Vertreter der singhalesisch dominierten Regierung wandten sich mit der Bitte an die Schweizer Behörden, den Fall genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei dürften sie ein weiteres Mal den Wunsch geäussert haben, die LTTE auch in der Schweiz als terroristische Organisation einzustufen und zu verbieten, wie dies die EU gemacht hat. Dadurch ist die Bedeutung der Schweiz für die LTTE weiter gewachsen. Die tamilische Diaspora ist hier im weltweiten Vergleich nicht nur reich – zum Äufnen der Kriegskasse der Tamil Tigers ist der schweizerische Finanzplatz zentral. Von hier wird ein grosser Teil der Gelder aus Europa nach Sri Lanka gebracht, wie mehrere Quellen bestätigen.Maschine schon 1965 verkauftDie Annahme jedoch, dass ein Tamile aus der Region Basel gleich auch noch die Maschine zum U-Boot-Bau nach Sri Lanka verschifft hat, ist falsch. Die 12 Tonnen schwere Maschine wurde schon 1965 an eine Firma in England geliefert, wie Firmenchef Jörg Häusler sagt. Dort hat sich die Spur der Maschine nach dem Weiterverkauf verloren. Die Schweiz habe sich also nicht direkt an der Aufrüstung der Tigers beteiligt, sagt Häusler, der entsprechende Maschinen auch an amerikanische, russische und französische Flottenbauer verkauft.>

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