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Pannenzug Cisalpino: Nun macht Italien Druck

Auch Trenitalia hat genug vom Pannenzug Cisalpino. Die italienischen Staatsbahnen drohen Cisalpino mit juristischen Schritten, falls sich der Service nicht bessern sollte.

Bahn Die italienischen Staatsbahnen Trenitalia haben in einem Brief an die Cisalpino AG die «gravierende und unhaltbare Situation» im Zugsverkehr mit der Schweiz kritisiert. Das Angebot von Cisalpino im Personenbahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien sei nicht mit der Politik der beiden Mütterhäuser vereinbar, heisst es in einer Medienmitteilung. Trenitalia droht Cisalpino mit juristischen Schritten, falls sich der Service nicht verbessern sollte. «Wir werden alle nützlichen Möglichkeiten in Betracht ziehen, um unser Unternehmen und sein Ansehen auf dem Markt zu schützen.»Die von Verspätungen und Pannen gebeutelte Cisalpino AG ist ein gemeinsames Tochterunternehmen von Trenitalia und SBB. «Aber das Unternehmen hat ein autonomes Management», präzisiert Trenitalia-Pressesprecher Marco Mancini. Deshalb müsse man intervenieren. Die Kundschaft von Trenitalia, die mit den neuen Hochgeschwindigkeitszügen ihr Angebot wesentlich verbessert hätten, sei auch die Kundschaft von Cisalpino. Daher seien die unterschiedlichen Qualitätsstandards inakzeptabel.Trenitalia hatte Cisalpino laut eigenen Angaben gebeten, am 14. Dezember 2008 nicht auf den neuen Fahrplan umzustellen, sondern für sechs Monate weiterhin den alten Fahrplan zu befolgen. Denn es sei bekannt gewesen, dass die neuen ETR-610-Züge nicht zur Verfügung standen. Seit der Fahrplanumstellung haben die Verspätungen und Pannen nochmals deutlich zugekommen. Kritik von allen SeitenCisalpino kommt mit dem Schreiben von Trenitalia noch stärker unter Druck. Vor Weihnachten hatten bereits die SBB das eigene Tochterunternehmen stark angegriffen und dabei auch nicht mit Kritik an ihrem Partner Trenitalia gespart. Interveniert hat unterdessen das Bundesamt für Verkehr (BAV), welches Cisalpino eine Frist bis Ende Februar eingeräumt hat, um einen Bericht zu den Qualitätsmängeln und den Massnahmen zu ihrer Behebung abzuliefern. Als letztes Mittel wird gar ein Widerruf der Konzession ins Auge gefasst.Cisalpino antwortet auf die Kritik mit den immer gleichen Argumenten. Die aktuelle Situation sei auch durch die verspätete Lieferung der neuen Neigezüge durch die Industrie verursacht worden. Es seien bereits mithilfe von SBB und Trenitalia Massnahmen ergriffen worden, um die Qualität zu stabilisieren. (lob)>

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