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«Massive Kostenfolgen»

Ein überparteiliches Komitee gegen die populäre Vorlage «Zukunft mit Komplementärmedizin» hat sich nicht gebildet. Gestern traten deshalb ein SVP-Nationalrat, eine CVP-Nationalrätin und ein FDP-Ständerat im Alleingang vor die Medien, um der breiten Pro-Kampagne die Stirn zu bieten. Der Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi wies auf die «massiven Kostenfolgen» nach einem Ja hin. Die heute von der Zusatzversicherung gedeckten Leistungen der Komplementärmedizin machten allein 200 bis 250 Millionen Franken jährlich aus. Das sei aber noch nicht alles. Laut Bortoluzzi werden die Prämien- und Steuerzahler um rund eine halbe Milliarde belastet, wenn auch die bisher von den Patienten selber berappten Kosten, die verstärkte Inanspruchnahme der Komplementärmedizin und die neuen Aufgaben für Bund und Kantone mitberücksichtigt werden. Für eine gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung brauche es keinen Ausbau der Grundversicherung, sagte Bortoluzzi. Es seien gerade die vielen «kleinen Ausbauschritte» gewesen, die zur Aufblähung des Systems und zur Explosion der Kosten beigetragen hätten. Die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel wandte sich gegen die Illusion, die soziale Krankenversicherung könne als «Selbstbedienungsladen zu All-inclusive-Bedingungen bei 90 Prozent Discount» jede Behandlung bezahlen. Komplementärmedizinische Leistungen hätten allenfalls in einem Managed-Care-Modell Platz. Für den Zürcher FDP-Ständerat und Präventivmediziner Felix Gutzwiller ist entscheidend, dass eine Therapie die gesetzlichen Kriterien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit erfüllt. Was diesen Anforderungen nicht genüge, gehöre weiterhin in die Zusatzversicherung. Als problematisch erachtet Gutzwiller auch die Forderung nach der Anerkennung von Diplomen für nichtärztliche Therapeuten. (sda)>

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