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Israel kritisiert Hamas-Besuch

Diplomatie Die diplomatischen Spannungen zwischen Israel und der Schweiz brechen nicht ab: Schweizer Diplomaten haben in Genf einen hochrangigen Hamas-Vertreter getroffen. Israel verlangt Erklärungen vom Schweizer Aussendepartement, das das Treffen gestern Abend bestätigte. Die Nachricht war am Dienstag via israelische und arabische Onlinedienste in die Schweiz gelangt (vgl. «Bund» von gestern): Sie berichteten, eine hochrangige Delegation der palästinensischen Hamas, angeführt vom Politbüromitglied und Aussenminister der ersten Hamas-Regierung Mahmud az-Zahar, habe kürzlich in der Schweiz Gespräche zum Palästina-Konflikt geführt. Zunächst reagierte das Schweizer Aussendepartement (EDA) unwirsch und wollte die Meldung nicht bestätigen. Gestern Abend nun bestätigte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey im Westschweizer Radio RSR, es habe ein Treffen auf Expertenebene gegeben. Wann und wo, sagte sie nicht.Zuvor hatte die israelische Botschaft in Bern mit einer Stellungnahme zuhanden der Medien auf die Berichte über das Treffen reagiert: Man sei erstaunt, dass die Schweiz eine Einreisegenehmigung für Repräsentanten einer Organisation erteilt habe, «die vom Grossteil der internationalen Gemeinschaft zur Terrororganisation erklärt wurde». Es sei unklar, zu welchem Ergebnis die Gespräche mit Mahmud az-Zahar führen sollten, der eine der radikalsten Figuren dieser Organisation sei. «Durch diese Initiative distanziert sich die Schweiz von den gemässigten Kräften», heisst es in dem Schreiben weiter.Das israelische Aussenministerium forderte vom EDA eine Erklärung. Die bislang von Bern gelieferten Erläuterungen seien ungenügend. Wegen der Affäre empfängt das EDA am Donnerstag den israelischen Botschafter Ilan Elgar im Bundeshaus.Im RSR-Bericht verteidigte Calmy-Rey das Treffen: «Die Hamas ist ein wichtiger Akteur, den man bei der Lösung des Nahost-Konflikts nicht ignorieren kann», sagte die Aussenministerin. Im Gegensatz zur EU betrachtet die Schweiz die islamistische Organisation nicht als TerrororganisationLetzte Differenzen im April Die Spannungen zwischen der Schweiz und Israel sind nicht die ersten in diesem Jahr. Zwischen Jerusalem und Bern gab es bereits Differenzen, nachdem Bundespräsident Hans-Rudolf Merz im April den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedjad am Rande der Anti- Rassismus-Konferenz in Genf zu einem Höflichkeitsbesuch empfangen hatte. Israel zog darauf vorübergehend seinen Botschafter aus Bern ab. (ap/sda/bin)>

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