Zum Hauptinhalt springen

Impfung ist für alle gratis

Die Schweizer Bevölkerung kann sich ab Spätherbst gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Die Kosten teilen sich die Kassen, der Bund und die Kantone.

13 Millionen Impfdosen gegen das Schweinegrippevirus H1N1 hat der Bund bei Novartis und Glaxosmithkline bestellt. Ab Ende September liefern die Pharmafirmen die Impfungen aus. Eingesetzt werden diese aber erst, wenn die Arzneimittelbehörde Swissmedic den Impfstoff zugelassen hat. Zu klären sind auch noch medizinische Fragen, etwa ob es pro Person zwei Impfdosen braucht und ob gleichzeitig gegen die saisonale Grippe geimpft werden kann. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet damit, dass Ende Oktober die ersten Spritzen gesetzt werden.Zuerst ist das Gesundheitspersonal an der Reihe und jene, die mit Kleinkindern unter sechs Monaten arbeiten. In einer zweiten Etappe können sich Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko impfen lassen, Schwangere oder Personen mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen. Danach bekommen alle anderen die Impfung. Offen ist jedoch, wie viele Menschen sich aufgrund des bisher milden Krankheitsverlaufs gegen Schweinegrippe impfen lassen. Laut einer neuen Umfrage des BAG will dies ein Drittel der Bevölkerung tun, ein Drittel ist unentschlossen, gleich viele äussern sich ablehnend gegenüber der Impfung.Klar ist seit gestern, dass die Impfung gratis abgegeben wird, auch Franchise und Selbstbehalt werden nicht eingefordert. Der Bund übernimmt die 84 Millionen Franken für den Impfstoff. Die Organisation der Impfaktion ist Sache der Kantone. Sie erhalten pro Impfung eine Pauschale von 17.15 Franken von den Krankenkassen. Falls der Hausarzt die Spritze macht, erhält er 19.50 Franken. Die Differenz zur etwas tieferen Pauschalabgeltung der Krankenkassen trägt der Kanton.Im Kanton Zürich wird die Impfung von den Hausärzten und für das Pflegepersonal in den jeweiligen Gesundheitsinstitutionen verabreicht. Allenfalls werden zusätzlich noch Spitex-Zentren einbezogen. Auf diesem Weg könnte maximal bis zur Hälfte der Bevölkerung geimpft werden, sagte Urs Rüegg, Sprecher der Gesundheitsdirektion. Die Einrichtung von Impfzentren werde nur im Extremfall erwogen, wenn die Pandemie ein rasches Durchimpfen der Bevölkerung erfordern würde.Die Kassen brauchen ReservenDer Kanton Bern hat die Abläufe noch nicht definitiv festgelegt. Jedoch werden auch hier in erster Linie Hausärzte und Gesundheitsinstitutionen wie Spitäler und Pflegeheime die Aufgabe übernehmen. Zusätzlich erwägt Bern, einige Impfzentren einzurichten.Welche Kosten den Kantonen durch die Schweinegrippe-Impfung entstehen, ist noch offen. Sie müssen unter anderem für die Logistik aufkommen, insbesondere für die Verteilung des Impfstoffs. Zudem entsteht administrativer Aufwand, um mit den Kassen abzurechnen.Die Krankenkassen sollten die Impfung über ihre Reserven finanzieren können, sagte Felix Schneuwly, Sprecher des Dachverbandes Santésuisse. Für solche ausserordentlichen Fälle seien die Reserven vorgesehen. Durch die Impfung allein sollte selbst bei Kassen mit geringen Reserven keine zusätzliche Prämienerhöhung nötig sein, so Schneuwly. Anders sähe es aus, wenn das Virus gefährlicher würde und ein grosser Teil der Bevölkerung wegen der Schweinegrippe medizinische Behandlung brauchte. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch