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Ghadhafi beleidigt die Schweiz

Ein Jahr nach Ausbruch der diplomatischen Krise zwischen der Schweiz und Libyen sendet das nordafrikanische Land widersprüchliche Signale Richtung Bern. Einerseits lässt Libyen den neuen diplomatischen Vertreter der Schweiz endlich einreisen, anderseits beschimpft sein Staatschef Muammar el Gaddafi die Schweiz aufs Übelste.

Diplomatische Krise Ein Jahr nach Ausbruch der diplomatischen Krise zwischen der Schweiz und Libyen sendet das nordafrikanische Land widersprüchliche Signale Richtung Bern. Einerseits lässt Libyen den neuen diplomatischen Vertreter der Schweiz endlich einreisen – anderseits beschimpft sein Staatschef Moammer al-Ghadhafi die Schweiz aufs Übelste.Gestern hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) einen Bericht der Tageszeitung «Le Temps» bestätigt, wonach der neue Vertreter der Schweiz in Tripolis ein Visum erhalten habe. Der Posten war seit der Pensionierung von Botschafter Daniel von Muralt Anfang Jahr verwaist. Ein akkreditierter Diplomat war zwar auch nach dem Abgang des Botschafters immer vor Ort, der offizielle Nachfolger von Muralts musste jedoch ein halbes Jahr auf die Einreisebewilligung warten. Nähere Angaben zur Person, die im Rang eines Geschäftsträgers und nicht eines Botschafters amten wird, machte EDA-Sprecher Erik Reumann nicht. Man wolle abwarten, bis der Geschäftsträger tatsächlich in Libyen angekommen sei.Die Krise zwischen der Schweiz und Libyen war ausgebrochen, als ein Sohn Ghadhafis in Genf verhaftet worden war. In der Folge hatte Libyen Retorsionsmassnahmen ergriffen. Unter anderem hält es zwei Schweizer Geschäftsleute seit über 300 Tagen fest.Schimpftirade an G8-GipfelIn einer Rede am G8-Gipfel im italienischen L’Aquila habe Ghadhafi eine wüste Schimpftirade auf die Schweiz abgelassen, berichtete das Westschweizer Radio RSR mit Verweis auf arabische Medien. Die Schweiz finanziere den internationalen Terrorismus, soll Ghadhafi gesagt haben. Weiter habe er die Uno aufgefordert, die Schweiz aufzulösen. Die Westschweiz soll an Frankreich gehen, die Deutschschweiz an Deutschland und das Tessin an Italien. (ap/len)

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