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Aussengrenze Liechtenstein

Während der letzten 84 Jahre haben die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein die Schengen-Vision vom Reiseverkehr ohne Grenzkontrollen praktiziert. Mit dem Beitritt der Schweiz zu Schengen wird Liechtenstein nun plötzlich zur Schengen-Aussengrenze, denn der Beitritt Liechtensteins verzögert sich. Voraussichtlich bis Ende 2009 klafft somit ein knapp 160 Quadratkilometer grosses Loch mit nur gerade 35000 Einwohnern mitten im Schengen-Land. Die Umsetzung der von der EU verlangten hohen Sicherheitsstandards an der Schengen-Aussengrenze hat sowohl in Bern als auch in Brüssel für einiges Kopfzerbrechen gesorgt. Die «Aussengrenze» wird nun mit sechs Videokameras überwacht, die die Bilder auf die Monitore im Polizeikooperationszentrum beim österreichisch-liechtensteinischenGrenzübergang Schaanwald/Feldkirch-Tisis übermitteln. Nach dem Wegfall der systematischen Personenkontrollen bei den Grenzübertritten sind die Schweizer Grenzwacht, die österreichische Bundespolizei und die liechtensteinische Landespolizei sowie die Kantonspolizei von St. Gallen und Graubünden zuständig für die Sicherheit im Rheintaler Grenzraum. Im Kooperationszentrum bilden die österreichischen Polizisten mit den goldenen Achselstücken und die Schweizer Grenzwächter mit den blauen Uniformhemden eine Bürogemeinschaft. Die Schweiz stellt sechs Grenzwächter und einen St. Galler Kantonspolizisten. Die Österreicher haben für den Dienst zehn Polizisten ausgebildet, die sich im Turnus ablösen. Die liechtensteinische Landespolizei stellt je nach Ereignis das nötige Personal zur Verfügung. Punkto organisiertes Verbrechen und illegale Einwanderung geht von Liechtenstein allerdings kein ernst zu nehmendes Gefahrenpotenzial aus. Ohne die Reise durch das Schengen-Land kommt man nämlich gar nicht dorthin – zumal es im «Ländle» auch keinen Flugplatz gibt. (ap)>

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