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Auch Marco Tinner kommt frei

Einen Monat nach seinem Bruder Urs wird auch der mutmassliche Atomschmuggler Marco Tinner aus der Untersuchungshaft entlassen. Dies entschied das Bundesstrafgericht gegen den Willen der Bundesanwaltschaft.

Die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona wies Beschwerden gegen die Haftentlassungsverfügung des Eidgenössischen Untersuchungsrichteramts ab, wie das Gericht gestern mitteilte. Das Bundesstrafgericht erhöhte in dem am Mittwoch gefällten Entscheid aber die Kaution von 10000 auf 100000 Franken. Die Richter in Bellinzona bejahen neben dem dringenden Tatverdacht auch den Haftgrund der Fluchtgefahr. Die Dauer der Untersuchungshaft sei aber mittlerweile unverhältnismässig, nachdem seit dem letzten Entscheid über eine Haftentlassung weitere knapp acht Monate vergangen seien und sich kein rascher Abschluss des Verfahrens abzeichne. Um der Fluchtgefahr zu begegnen, hielt das Gericht an der Leistung einer Kaution fest und passte deren Höhe den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten an. Bundesanwaltschaft akzeptiertDie Bundesanwaltschaft akzeptiert den Entscheid aus Bellinzona und verzichtet darauf, die Haftentlassung beim Bundesgericht in Lausanne anzufechten. Der 40-jährige Marco Tinner wird damit aus der Untersuchungshaft entlassen, sobald die Kautionszahlung bei der Kasse des Bundesstrafgerichts eingetroffen ist. Marco Tinner sitzt seit dem 5. September 2005 in Untersuchungshaft. Er wird zusammen mit seinem Bruder Urs und seinem Vater Friedrich verdächtigt, dem Atomschmuggel-Netzwerk des «Vaters» der pakistanischen Atombombe, Abdul Kader Khan, angehört zu haben. Bundesanwalt Erwin Beyeler hatte im letzten November erklärt, die Bundesanwaltschaft werde die Affäre Tinner auf jeden Fall beim Bundesstrafgericht in Bellinzona zur Anklage bringen. (ap)>

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