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Wer hat Angst wovor?

«Ein aufgeschlossenes Nein»Leserbrief im «Bund» vom 20. JanuarZu viele Falschaussagen Der Leserbrief enthält so viele grobe Falschaussagen, dass eine Gegendarstellung zwingend notwendig ist. Erstens: Die erhöhte Einwanderung ist eindeutig auf das Wirtschaftswachstum zurückzuführen. Das Verhältnis zur ebenfalls angewachsenen Zahl an Arbeitsplätzen bleibt praktisch konstant, sodass sich die ursprünglichen Prognosen eben doch bewahrheiten.Zweitens: Als langjähriger Personalverantwortlicher bestätige ich hiermit aus der Praxis, dass wir heute dank der Personenfreizügigkeit dringend benötigte Stellen mit Spezialisten (meist deutsche Staatsangehörige) besetzen können, was mit dem alten Regime unmöglich war. Somit fand ein wesentlicher Teil des Wirtschaftswachstums nur dank diesen ausländischen KollegInnen statt.Und drittens: Ihre Milchmädchenrechnung (was für ein schrecklicher Begriff, Schweizer Variante: Milchbüchleinrechnung) ist falsch: Schweizer Kandidaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt, haben nicht nur 7 Mal mehr Konkurrenten, sondern auch zirka 7 Mal mehr Stellen zur Auswahl, was sich neutralisiert. Adam Riese dreht sich im Grab . . .Markus MäderMünsingenRuin der Sozialwerke Die Kriminalitätsgefahr ist weit geringer als der schleichende Ruin unserer Sozialeinrichtungen. Um Geld zu holen, ersparte man sich bis vor Kurzem einen Bankeinbruch, weil eine Bankenlaufbahn eher enorme Summen garantierte. Hier analog: Die Skos-Richtlinien garantieren ein Sozialhilfe-Einkommen in der Grössenordnung eines Lohns, der einige Male höher ist als das, was die Rumänen und Bulgaren heute zu Hause verdienen. Die bisherige Migrationspolitik brachte verheerende Auswirkungen bei der AHV, der IV und der ALV. Letztere wird in den nächsten fünf Jahren gegen 5 Milliarden Defizite produzieren. Heute sind 44% der Arbeitslosen Ausländer. Die Guillotine-Klausel der bilateralen Verträge ist eine Erfindung – um nicht zu sagen Lüge – der Befürworter und wird vor allem von der Economiesuisse und den EU-Hörigen verbreitet. Drohungen dominieren die Pro-Argumente. Wozu die sinnlose Angst vor der EU? Mit der Paketlösung in der Abstimmung wird das Volk betrogen. Sichern wir unsere Sozialwerke mit einem deutlichen Nein. Peter HitzMünsingenAuf EU-Märkte angewiesenDie Schweiz ist als kleines Land auf geregelte Verhältnisse und eine enge Zusammenarbeit mit der EU angewiesen. Die bilateralen Verträge regeln neben der Personenfreizügigkeit auch die Zulassung von Schweizer Produkten im EU Binnenmarkt. Die Möglichkeit von Schweizer Firmen zur Teilnahme an den öffentlichen Beschaffungen in der EU ist ohne die Verträge nicht möglich. Die Bilateralen Verträge garantieren der Schweizer Wirtschaft einen über weite Strecken freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Ohne bilaterale Verträge mit der EU sind in der Schweiz viele Arbeitsplätze gefährdet. Auch das Schweizer Lohnniveau dürfte ohne diese Abkommen kaum zu halten sein.Manfred SchärPräsident Handwerker-und Gewerbeverein NiederbippNiveau würde sinken Es scheint, als ob uns ein Ja drohen könnte am 8. Februar. Der Automatismus der Europäischen Vorlage könnte dann in Kraft treten. Damit wäre unsere noch einigermassen funktionierende Demokratie auf dem direkten Weg zum Niveau eines Entwicklungslandes. Weitere massive Einwanderung und Überbevölkerung, Angst, Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Verarmung würden sich wohl schon in absehbarer Zeit ausbreiten. Endlich sollten wir doch einsehen, dass sich die Europäische Union mit ihren Drohgebärden und Erpressungsversuchen noch nie zum Wohl der Schweiz eingesetzt hat, sondern nur den Erhalt ihres eigenen Machtapparates verfolgt. Unsere verblendete Classe politique, der es mehrheitlich um Wirtschaftswachstum zu jedem Preis geht und nicht um die Erhaltung der Demokratie in unserem Land, sieht wieder einmal unser Heil in Brüssel. Dabei hätte ein klares Nein keineswegs zur Folge, dass wir schutzlos daständen. Denn die Interessen der EU sind stark in unserem Land verankert. Rosmarie MarkusBern Eine ebenso grosse SchweinereiAn der Delegiertenversammlung der Bernischen SVP bezeichnete Nationalrat Adrian Amstutz den Beschluss des Parlamentes, die Vorlage in einem Paket zur Abstimmung zu bringen, als «Schweinerei». Dass ein Parlamentarier einen mehrheitlich und demokratisch gefassten Beschluss des Parlamentes als Schweinerei bezeichnet, ist eine mindestens ebenso grosse Schweinerei!Hans GuggerInsAuf Ablehnung folgt EU-Beitritt Die SVP muss den EU-Beitritt der Schweiz wollen, sonst würde sie die Ausweitung der Personenfreizügigkeit nicht bekämpfen. Ein Nein zur Ausweitung hebt alle Verträge mit der EU auf und macht den Weg frei zur Abstimmung über einen sofortigen EU-Beitritt, mit allen Rechten und Pflichten eines Mitgliedstaates. Denn wer wird, sollte die Personenfreizügigkeit abgelehnt werden, noch ein Interesse daran haben, alle Verträge der Schweiz mit der EU in jahrelangen Verhandlungen neu auszuhandeln?Daniela LutzBern>

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