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Ist Gewalttätigkeit so leicht beeinflussbar?

Lernen mit, nicht gegen Medien,Interview mit Matthias Vatter im «Bund» vom 11. JuliSie gaben in Ihrem Interview ihrem Gesprächspartner aus der Privatindustrie und dessen Argumentation zugunsten von Computerspielen sehr viel Raum. Ich zweifle nicht daran, dass es lehrreiche Computerspiele gibt, aber wenn ein Vertreter finanzieller Interessen Gewaltspiele schönredet, kann das von psychologischer Seite nicht unwidersprochen bleiben. Geradezu haarsträubend finde ich die Logik, wenn Vatter behauptet, es könne keine Kausalität zwischen Gewalt in den Medien und Gewalt in der Realität bestehen; denn, wenn man Gewalttätigkeit so leicht beeinflussen könnte, dann müsste es ja ebenso leicht sein, statt Gewaltkompetenz Wissenskompetenz durch Lernspiele zu erzeugen. Hier wird die Gelegenheit, Frustrationen gegen ein illusionäres Machtgefühl einzutauschen – also eine affektive Aufladung auf Kosten mitmenschlicher Kompetenz – mit dem konsequenten und immer auch mühevollen Erwerb von Wissenskompetenz verwechselt.Es ist schon erstaunlich, wie schnell das sachgerechte Denken ausschaltbar ist, wenn es um handfeste Interessen geht. Um die Zusammenhänge zwischen regelmässigem Gewaltkonsum und Abstumpfung gegenüber Brutalitäten bis hin zur eigenen Gewaltbereitschaft richtig einschätzen zu können, verweise ich auf die Ergebnisse des bekannten Hirnforschers Manfred Spitzer in seinem Buch «Vorsicht Bildschirm!» (Stuttgart 2005).Carola Meier-SeethalerBern>

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