Zum Hauptinhalt springen

«Gott hat sich nicht geäussert»

So ist Gott nicht akzeptabelKirchenmitglieder und Atheisten stecken in einem Wettkampf, der nie enden kann, solange die Frage, gibt es Gott, nicht schlüssig bewiesen werden kann. Die christliche Erziehung habe auch ich erfahren. Das «Christliche« haben sich die vermeintlich Gläubigen adoptiert. Eine ethische Einstellung wird sowohl von Christen wie Atheisten gelebt. Wenn ich an die unzähligen Glaubensfanatiker denke, stelle ich fest, dass Atheisten oft eine menschlichere Einstellung haben. Die biblischen Gebote sind in sich schon widersprüchlich, nicht von Gott, sondern ausschliesslich von Männern kreiert worden. Sie sind in derart perfidem Stil abgefasst, dass es Gottesfürchtigen nicht möglich ist, sie zu befolgen. Es ist die Hartnäckigkeit der Kirchen, Schuldgefühle zu verbreiten, die so weit geht, schwächere Menschen seelisch krank und damit gefügig zu machen. Gott sagt nichts dazu; er hat sich wenigstens in den letzten zweitausend Jahren nie dazu geäussert. Einen Gott, der nichts sagt, nichts tut, nicht hilft und nur die Daumen unter die Hosenträger geklemmt hat, um darauf zu warten, dass er angebetet und verherrlicht wird, brauchen wir nicht. Gott, in der Form wie ihn die Kirche präsentiert, ist nicht akzeptabel. Wir haben genügend menschliche Grössen, die dieser Ehre wert sind und die wir verehren können. Gäbe es einen Gott, müsste er wirklich gnädig, mindestens gerecht sein. Er ist es nicht. Gibt er all «seinen Kindern» die gleiche Chance? Er hat uns angeblich das Gute und das Böse gegeben, dazu gehören auch Schwächen, die er uns in die Wiege gelegt hat. Warum in Teufels Namen straft er uns, wenn er uns mehr Schwäche als Tugend gegeben hat? Dafür müsste er allein die Verantwortung übernehmen. Er ist der von Herrschsüchtigen vorgeschobene, nicht existente «Bölimann».René Wolf,RubigenWas die ewige Weisheit willWahrscheinlich unterscheiden die Menschen nicht zwischen Meinungen und Tatsachen. Ob Gott ist, weiss Gott alleine. Ich bin jetzt seit 40 Jahren der Überzeugung gewesen, dass eine ewige Weisheit Schöpferin der immer quellenden Natur ist, des unermesslichen Allraums, des funkelnden Menschengeistes. Dass wir sie nicht kennen, auch nicht verstehen. Dass ihre Liebe genauso äusserst wie ihre Weisheit ist. Die ewige Weisheit wird nie Gefangene der menschlichen Formulierung. Das zeigt uns der Mann Jesus. Die ewige Weisheit hat doch ohne Opfer verzeihen können. Wer aber versteht ohne Opfer, dass sie die Wahrheit ist?Opfer wofür? Glaubt ihr also, dass es kein Übel in der Welt gibt? Wie gesagt, die ewige Weisheit braucht kein Opfer. Sie will nur, dass ihre Liebe die tödliche Schlacht in unseren Herzen gewinnt. Die Schöpfung fand nicht in sieben Tagen statt. Das ist eine kleinliche Fehleinschätzung der heiligen Schrift. Die wissenschaftlichen Erklärungen sind eine Reise in der Wahrheit.Wer hat so viel Übel getan? Das haben wir alles selbst gemacht, Jungs. Und die giftige Dynamik des Mobs hat das Übel in uns vervielfacht, potenziert.Bete ich täglich einer Einbildung zu? Ich habe keine Angst davor, mich häufig so zu fragen. Denn ich will keine Illusion anbeten. Und während 40 Jahren habe ich keinen Moment Zweifel gehabt. Und das Ding mit dem Beten: Ich weiss, es gibt viel Lügen und viel Schein in dieser Richtung. Menschen gibt es in der Glaubensbranche, die Approbation voneinander suchen. Geistige Frottage.Das Ding mit der Wahrheit? Sehr angesehene Kirchenmenschen gibt es auch, die die Wahrheit immer für das Salonfähige wechseln. Besonders wenn sie über die Gegenwartskunde reden.Erwarte ich also, dass ich in ein schönes ewiges Leben komme? Ehrlich gesagt, habe ich wenig Ahnung. Mir erscheint, dass meine Gedanken Wohnsitz in meinem Hirn haben, und mein Hirn muss wie andere Organe verenden.Gläubige, die auf alles eine Antwort haben, finde ich unerträglich. Ich weiss, dass sie nicht wissen. Ich weiss, dass ich nicht weiss. Ich kann der ewigen Weisheit vertrauen. Wir denken, lieben, lachen, weinen. Und wir gehen zugrunde. Wie ein Tag, wie ein Jahr. Tim Cox, ZollikofenKirche hält vom Konsum abMich erstaunt, dass der Verbreitung solch oberflächlicher, undifferenzierter Behauptungen wie derer von Reta Caspar im «Bund» eine so grosse Plattform offensteht. Pauschalverurteilungen werden einer Sache nie gerecht, sie bleiben diffus, umso mehr da Reta Caspar offensichtlich vor allem Auswüchse gewisser Sekten anspricht. Dabei stehen wir in grossen Umbruchzeiten, die sich gerade auch in der Kirche bemerkbar machen. Gerade die Kirche ist im Wandel begriffen; sie öffnet sich stark der Realität und befreit sich zunehmend von engen Dogmen. Z. B. liest Uwe Schönbeck nächstens Darwin Briefe im Berner Münster! – Und da will uns Reta Caspar wortreich einen Missstand betreffend der Kirche suggerieren, mit dem einzigen Ziel, vor dem Bundesgericht religiöse Werbung verbieten zu lassen. Haben wir wirklich keine grösseren Probleme?Werbung ist heute omnipräsent, visuell und akustisch und über alle Medien verteilt. In der heutigen Werbeflut, ist mir religiöse Werbung als solche noch nie bewusst aufgefallen. Man könnte Reta Caspar, der studierten Wirtschaftsexpertin unterstellen, dass sie mit einem Verbot religiöser Werbung zu verhindern sucht, dass unser aller Denken ans Shoppen, Mampfen, Zappen, Glotzen, nicht durch religiöses Gedankengut «verstellt» wird. So wäre die Kirche also schädlich, weil sie nicht dem Konsumdenken verhaftet ist.Charlotte Halter-Waelti, BernEs gibt ganz sicher einen GottIch habe gelesen: Es gibt wahrscheinlich keinen Gott – geniesse das Leben. Und gedacht habe ich: Es gibt ganz sicher einen Gott, auch in dir und in mir. Wenn Gott in mir Gott in dir begegnet, und Gott in dir Gott in mir entdeckt,dann glauben wir wieder an das Leben.Marcel Dietler, Liebefeld>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch