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«Eine Menge Geld»

Keine Pflichtverletzung «Bund» vom 10. SeptemberDie neue Frauenklinik muss wenige Jahre nach der Eröffnung wegen Baumängeln für 150000 Franken saniert werden. Offenbar besteht beim Bauen, auch für öffentliche Bauten, eine Garantiefrist von fünf Jahren. Man fragt sich, ob das skandalöse Einstürzen von Tiefgaragen- oder Schwimmbaddächern und die Sanierungsbedürftigkeit von Strassentunnels und Spitälern kurz nach der feierlichen Einweihung mit dieser unverständlich kurzen Haftungsfrist zu tun hat. Stimmt es, dass diese Verjährungsfrist vom SIA (Verband der Ingenieure und Architekten) selbst festgelegt und dann vom Staat einfach übernommen wurde? Ärztliche Kunstfehler betreffen einzelne Opfer und sie verjähren nach zehn Jahren. Kunstfehler beim Bauen, vor allem bei öffentlichen Bauten, bedrohen ganze Gruppen von Menschen. Ausserdem bezahlt nicht der Schuldige sondern der Geschädigte bzw. die Öffentlichkeit den Schaden. Frage: Seit wann besteht diese kurze Garantiefrist? Wer hat sie auch für öffentliche Bauten eingeführt und wer kann (bzw. muss) sie auf mindestens 20 Jahre verlängern? Werner StraubFrauenkappelenStadtbauten BernAuf die stolze Summe von 23,8 Millionen Franken belaufen sich zurzeit die Mehrkosten nur für den Bärenpark und die neue Feuerwehrkaserne. Bauherr sind die Stadtbauten Bern (Stabe), das «Baufachorgan der Stadt Bern». Ich versuche mal ganz unverbindlich zu rechnen: Wenn man an die Anfänge von Stabe zurück denkt, zeigt sich folgendes Personalschema: 35 Architekten, 3 Immobilienbewirtschafter und 6 Personen im administrativen Bereich. Heute sieht das schon anders aus: 15 Architekten, 19 Immobilienbewirtschafter und 14 in Supportbereichen. Die Tendenz scheint eindeutig – die ehemalige Kernkompetenz als Baufachorgan wurde zu Gunsten einer reinen Immobilienverwaltung aufgeweicht. Und dies mit den allseits bekannten Folgen: Kleine und grosse kostenintensive Pannen bei Bauprojekten. Dazu kommt, dass die Stadt eine professionelle Immobilienverwaltung in Gestalt der städtischen Liegenschaftsverwaltung (LV) ja bereits hat. Das Zurückbinden der Kernkompetenz im Hochbau, die nirgends kompensierbar ist, und der Aufbau einer zweiten Immobilienverwaltung innerhalb eines Systems muss demnach als krasser Fehler betrachtet werden.Nun, der Fehler soll korrigiert werden. Politisch denkt man deshalb über drei Szenarien nach: Zusammenschluss von Stabe und LV innerhalb der Stadtverwaltung, das Gleiche ausserhalb der Stadtverwaltung oder, als dritte Option, die Optimierung der Ist-Situation. Der Wiederaufbau der Kernkompetenz «Bau» scheint aber in allen drei Varianten unberücksichtigt zu bleiben. Verfolgt man die Stadtratsdebatten rund um die Stabe, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die meisten Stadträtinnen und Stadträte die Stabe am liebsten wohl wieder innerhalb der Stadtverwaltung sehen würden. Da kann man es wenden wie man will, man wird das Gefühl nicht los, dass die an sich gute Sache der Auslagerung an einem unfähigen Management scheitern könnte. Dieses Management erhält inzwischen mehr Lohn als ein Gemeinderat, weil – so heisst es doch in solchen Fällen – sie das unternehmerische Risiko zu tragen haben. Na dann . . .Wenn nicht jetzt, wann wäre es dann an der Zeit, die Konsequenzen zu tragen? Sollte man, ehe man über eine Wiedereingliederung der Stabe in die Stadtverwaltung nachdenkt, nicht eher über das Auswechseln des Stabe-Managements nachdenken, um so der Stabe und damit der wirklich guten Sache endlich eine ernsthafte Chance zu geben? Peter Rothenbühler, BernArchitekt>

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