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«Der Post-Kunde ist Untertan»

Niveau wie bei Cisalpino«Kundinnen und Kunden bilden das Zentrum unseres Seins und Tuns. Unser Unternehmen (er)kennt frühzeitig Ihre Bedürfnisse und handelt entsprechend konsequent.» So die Post auf ihrer Website. Wohl auch als Richtschnur für Verlautbarungen ihres Pressesprechers, denn anders sind dessen Aussagen zu den Briefkästen nicht zu erklären. «Kein Angebotsabbau», wenn A-Briefe neu de facto zwei Tage unterwegs sind, weil der Kasten schon am Morgen geleert wird? Welches Kundenbedürfnis wurde da «frühzeitig» erkannt und «konsequent» umgesetzt? Etwa das, nun mit dem Briefgut zur Schanzenpost zu pilgern, statt es um die Ecke einwerfen zu können? Schlicht nicht wahr sind die «leeren Kästen»; nicht nur jene an Quartierstrassen wie der Thunstrasse waren oft prallvoll. Keck ist auch die Behauptung, dass sich «bei 50% der Briefkästen nichts ändere». Denn etwa an Länggass- oder Schanzenstrasse gab es jüngst sehr wohl Änderungen: Zwar werden dort die – kürzlich massiv ausgedünnten – Kästen abends im Moment noch geleert, aber neu bereits um fünf statt um halb sieben Uhr, im Geschäftsalltag etwa eines Anwaltsbüros nicht ganz ohne Belang. Und die bisherige Sonntagsleerung wurde leicht vorgezogen – auf Samstagmorgen sieben(!) Uhr. Die Änderung (um auch hier das Wort Angebotsabbau zu vermeiden) erfolgt klammheimlich, während die Post sonst nie ansteht, auch banalste Errungenschaften multimedial zu bejubeln. So wird der gelbe Riese hinsichtlich Kundenbild zur C-Post und begibt sich nicht nur alphabetisch auf das Niveau Cablecom oder Cisalpino. Wenn die Post posaunt, dass sie den A-Tarif seit Jahren nicht mehr erhöht habe, verschweigt sie dreierlei: Die vorgängigen Preiserhöhungen enthielten eine gewaltige Reserve. Die Gegenleistung für den Preis wurde laufend schlechter. Und A-Briefe waren wohl auch nur in der Statistik so oft anderntags beim Empfänger wie die Post behauptet. Deshalb:Künftig wird nur noch Briefe versenden, wer neben der Hauptpost wohnt. Alle anderen werden noch mehr Telefon und Mail benützen. Die Post wird den rückläufigen Briefverkehr dann wohl wieder als unvermeidlichen gesellschaftlichen Megatrend darstellen.Peter KönigBernService public adeNeuester Coup unserer Post nach der Reduktion der Poststellen und der Anzahl Briefkästen: Die Post leert in der Stadt Bern die Hälfte der Briefkästen nur noch am Morgen um 8 Uhr! Als ob wir die Briefpost neuestens alle über Nacht erledigen würden. Das ist nicht eine «Anpassung» (Zitat Post), sondern einmal mehr eine verkappte Sparübung auf Kosten der Steuerzahler/innen. Und das bei einer komfortablen Jahresbilanz der Post. Übrigens: Wenn Sie als Kundin bei Postfinance per E-Mail nachfragen, wer der Endbegünstigte einer Einzahlung auf ein Bankkonto ist (was leider aus den Kontoauszügen der Post nicht ersichtlich ist), kostet Sie dieser «Nachforschungsauftrag» bescheidene 15 Franken. Das alles hat mit Service public nichts mehr zu tun. Aber dafür können Sie auf den Poststellen sicher bald Hundefutter kaufen – auch gut (wenn man denn einen Hund hat).Christine WyssBernBriefe schlummern vor sich hinDie Post hat ohne Vorankündigung ihre Leerungszeiten für Briefkästen im Quartier geändert. Nach neuem System schlummert die am Abend eingeworfene Post die Nacht über im Briefkasten und wird 24 Stunden später als bisher zugestellt. Ein klarer Abbau der Dienstleistung des Monopolbetriebes Die Post. Der Kunde soll am Abend seine Post zur nächsten Poststelle tragen, damit sie noch am gleichen Tag befördert wird. Aber Achtung: Die Poststellen schliessen relativ früh. Begründet wird der Abbau der Dienstleistung mit der angeblich schlechten Nutzung der Briefkästen im Quartier. Diese Erfahrung kann ich für das untere Kirchenfeld nicht bestätigen. Am Abend war es oft schwierig, seine Briefpost noch in den Kasten versenken zu können. Den Briefkasten an der Ecke Jubiläumsstrasse/Ägertenstrasse hat die Post vor nicht allzu langer Zeit durch ein grösseres Modell ersetzt, offenbar weil der kleinere ständig leer war. Durch ihr Verhalten straft die Post ihre Aussagen Lügen. Die Absicht der Post ist klar: Man zwingt die Kunden ihre Post am Abend zur Poststelle zu tragen, dadurch werden die Briefkästen im Quartier schlechter genutzt und die Begründung zum Abmontieren der Briefkästen liegt auf der Hand. Schliesslich ist der Kunde ja für den Monopolbetrieb die Post da und nicht umgekehrt.Claude MöckliBernAufgeblasene PostWie uns der Pressesprecher der Post wissen lässt, soll es kein Abbau sein, wenn viele Briefkästen nur noch frühmorgens geleert werden. War es auch kein Abbau, als die Post vor einiger Zeit die Poststandorte reduzierte (weitere Reduktionen sollen folgen) oder vor wenigen Monaten die Anzahl Briefkästen drastisch dezimierte? Ist es auch kein Abbau, wenn wir die Post erst kurz vor dem Mittag bekommen oder wenn das Postfach bis anfangs Nachmittag leer bleibt? Sollen wir künftig nachts arbeiten, damit wir unsere Briefpost nach der Arbeit einwerfen können? Ist den Verantwortlichen bewusst, dass nicht jeder eine Poststelle in der Nähe hat oder einen der wenigen gut bedienten Briefkästen? Der Briefkasten im Zytglogge ist übrigens sehr häufig so voll, dass man keinen Brief mehr hineinstecken kann. Dass den Postangestellten, die bei jedem Wetter und unter Zeitdruck die Post mit dem Töffli von weither bringen müssen, nun auch noch die Leerung der Briefkästen aufgebürdet wird, soll auch kein Abbau (von Arbeitsplätzen) sein? Der Post-Kunde ist längst vom König zum Untertan mutiert! Und die Post bläst sich auf – bis sie platzt!?Christina Bregnard-KäserBern>

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