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«Den modernistischen Regisseuren fehlt Mut»

«Tipps für das Berner Stadttheater»Leserbrief im «Bund» vom 7. Januar«Der Regisseur bestimmt alles», schreibt Yves Daum in seinem Leserbrief, und: «Er steht über dem Willen des Komponisten.» Das Einzige, was diesen modernistischen Regisseuren aber fehlt, ist Mut. Wären sie konsequent, würden sie nicht nur die Inszenierung revolutionieren, sondern ebenfalls die Musik und das Libretto. Und auf dem Spielplan sollte in aller Klarheit zu lesen sein: «Lohengrin neu bearbeitet, frei nach einer Oper von Richard Wagner». So wüssten die Zuschauer, was sie erwartet.Kürzlich war ich in der Staatsoper Stuttgart. Auf dem Programm «Der Fliegende Holländer»: die Seemänner vom Burn-out befallene Manager, Senta eine hysterische Nutte, Daland ein korrupter Vater, die Spinnerinnen lauter Vamps, auf Kühlschränken voller Fleisch sitzend. Am Schluss wurden die «Seemänner-Manager» des Holländers vom Nervenzusammenbruch befallen. Einer von ihnen riss sich die Kleider vom Leibe. So konnte er die ganze Schlussszene splitternackt vor dem Publikum stehen. So war das Fleisch nicht nur im Kühlschrank!Die Staatsoper Stuttgart hätte ich bis dahin wärmstens empfohlen. Leider hat sie einen Intendantenwechsel erlebt und ist jetzt ebenfalls von der modernistischen Aufführungsepidemie befallen . . . Wie selbst Bayreuth auch.Pierre-A. TschanzOstermundigen>

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