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100-jähriges Kulturgut

«Schlittenhunde verschwinden»«Bund» vom 8. Sept. 2009Knapp 8,7 Mio Franken Jahresgewinn für 2008 und 40 Mio Franken Bilanzgewinn: Dies die erfreuliche Mitteilung an die Aktionäre der Jungfraubahnen an der GV im Mai 2009. Dies ist trotz Krise und drohender Schweinegrippe ein erfreulicher Geschäftsverlauf. Nach diesem Geschäftsergebnis und im Hinblick auf das 100-Jahre-Jubiläum der Jungfraubahn im Jahr 2012 ist der Entscheid, die Polarhundekolonie am Eigergletscher aus Kostengründen zu schliessen, nicht nachzuvollziehen. Die Polarhunde (Samoyeden bzw. Grönlandhunde) wurden vor 100 Jahren zum Zweck des Warentransports während des Baus der Jungfraubahn in die Schweiz eingeführt und seit 1933, dem Ende des Stollenbaus, in einer Zeit der höchsten Wirtschaftskrise, weitergepflegt und mitgetragen. Leider hat man es in den letzten Jahren verpasst, die Zwingeranlagen der Hundekolonie zu erneuern und diese vermehrt als touristisches Angebot in das Konzept der Jungfraubahnen mit einzubeziehen. Es scheint, dass im touristischen Angebot weiterhin auf die Karte Action – z. B. Seilbahn auf den First und Schneekanonen mit dem abscheulichen Speichersee oberhalb der Kleinen Scheidegg – gesetzt wird. Ohne Bedenken wird dafür ein 100-jähriges Kulturgut dem Spardruck geopfert. Offenbar haben die Entscheidungsträger der Jungfraubahnen nichts aus der aktuellen Wirtschaftskrise gelernt und setzen weiterhin mehr auf grenzenloses Wachstum und Freizeitkonsum als auf bestehende Werte und langfristige Qualität. Doris Heiniger, Meiringen>

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