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Wenn Spielzeug die Kreativität erstickt

Spielzeugkataloge für Weihnachtsgeschenke flattern ins Haus. Allein aus Neugier schaue ich mir ein Exemplar an. Entsetzen und Wut befallen mich beim Betrachten des Angebots. Was um alles in der Welt hat z.B. ein grosser Hund, der Tricks und Kommandos lernen und mit seinem Knochen spielen kann, mit kindlichem Spiel zu tun? (Kosten: Fr. 399.90). Ein anderer Hund grunzt «vor Vergnügen», wenn er gestreichelt wird. Das gleiche Streichelangebot gibt es auch in Form von Tiger und Löwe. Ein Baby im Auto mit einem Pferdewagenanhänger und einer Reiterausrüstung: 400 Franken. Puppen, die «echte» Tränen weinen, denen Zähne wachsen, die ihre Namen sagen können und nach dem Fläschchen schreien. Was da den Kindern angeboten wird, ist eine Sünde. Jegliche Kreativität und Fantasie wird im Keim erstickt. Und es wird vorgegaukelt, dass man das alles besitzen muss. Mich wundert, wo es in den gewöhnlichen Wohnungen Platz für derlei «Spielzeug» hat. Die Kinderzimmer sind ohnehin schon überhäuft mit Geburtstagsgeschenken und Besuchermitbringseln. Kinder brauchten aber Lebensraum, Bewegungsraum, Spielraum eben – im wahrsten Sinne des Wortes. Überall ist gepflegter, nutzloser Rasen. Nichts darf verändert werden. Kein Loch geschaufelt oder gar Bretter für einen Bauplatz hergeschleppt werden. Sowohl im öffentlichen wie im privaten Bereich fehlt Raum für Bewegung, Fantasie und Kreativität. Und zum Schluss: Der seit Generationen geliebte Teddybär hat heutzutage einen digitalen Film- und Fotoapparat im Bauch, kompatibel mit Websites etc. Wer will und kann da noch kuscheln?Louise Schneider, Liebefeld>

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