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Falsche Diagnose

Wir werden immer älter, auch deshalb steigen die PrämienErneut werden die Krankenkassenprämien stark steigen. Hauptgrund sei die Teuerung in den Spitälern. Dass wir immer älter werden und medizinisch immer mehr Probleme behandelbar sind, ist ein weiterer wesentlicher Grund. Leider kommen noch die Fehlentscheide unserer Gesundheitspolitiker dazu. So hat Bundesrat Couchepin die Kassen gezwungen, die Reserven zu verkleinern, gerade diese fehlen jetzt. Es wird noch schlimmer, weil die Kassen an den Börsen Geld verloren haben. Gerade jetzt macht Couchepin mit der Laborsparrunde erneut einen Fehlentscheid, der uns viel kosten wird.Was geschieht, wenn wir Hausärzte unsere Praxislabors schliessen müssen: Der Patient kommt zu uns in die Konsultation, falls Labor nötig ist, werden wir Blut abnehmen, dieses ins Grosslabor einsenden, oder den Patienten dorthin zuweisen. In einer zweiten Konsultation werden wir die Laborwerte mit dem Patienten besprechen und die Therapie einleiten. Falls der Gesundheitszustand des Patienten zu kritisch ist, werden wir den Patienten direkt dem Spital zuweisen, um keine Zeit zu verlieren. Somit wird es zu vermehrten Hospitalisationen kommen. Gerade im Spitalbereich ist aber die Teuerung am höchsten. Deshalb vermuten wir Ärzte, dass diese Laborrunde nicht 200 Millionen Franken sparen wird, sondern ein Vielfaches davon an Mehrkosten auslösen wird. Ganz nach dem Motto: «Sparen, koste es, was es wolle». Hauptleidtragende werden die Patienten sein, die nun mehrmals kommen oder sogar ins Labor gehen müssen.Urs Zulliger Hausarzt, HinterkappelenMehr Analysen verursachen auch mehr Kosten Nicht nur die Labore der Hausarztpraxen sind von der neuen Analysenliste schwer betroffen, nein alle Spitallabors stehen ebenfalls vor der Existenzfrage!Ein umfassendes Analysenangebot wird von über 300 Spitallabors in der Schweiz rund um die Uhr geleistet. Es sind also nicht nur die Hausarztpraxen, die eine schnelle Diagnostik benötigen, nein es sind alle Spitallabors in der Schweiz massiv davon betroffen und damit Hunderte biomedizinischer AnalytikerInnen, welche Ärzten und Patienten rund um die Uhr einen Service anbieten. Der Bundesrat stellt die Automatisierung in den Labors als Kosteneinsparung in den Vordergrund. Dass aber täglich vier Mal mehr Laboranalysen angefordert werden als noch vor 10 Jahren, ist ihm entgangen. Diese enorme Steigerung ist dank optimaler Automatisierung bei gleich bleibendem oder reduziertem Personalbestand umgesetzt worden! Konsequenz: Die Wirkung der neuen Analysenliste ist somit ein «Tropfen auf einen heissen Stein» oder gar weniger. Gespräche mit Fachleuten in Deutschland zeigen, dass das Angebot von nicht mehr rentablen Leistungen rückläufig ist, aber dadurch wichtige Diagnosen verpasst oder sogar verzögert gestellt wurden. Ist es das, was sich die Schweiz zum Vorbild nimmt?Barbara Erb, ThunMedizinische Analytikerin>

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