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Intim beleuchtete Stadtansichten

Die Fotografien aus New York des Berner Filmemachers werden perfekt ergänzt von den Strassenaufnahmen der Zürcher Künstlerin.

Ein tausendfach fotografiertes Sujet neu zu entdecken, mit diesem Anspruch machte sich Peter von Gunten auf Fototour in New York. Vor gut zwei Jahren debütierte der bekannte Berner Filmemacher in der Galerie Margit Haldemann mit Venedig-Impressionen als Fotograf. Damals war er selbst etwas überrascht, dass sich in einem so oft fotografierten Ort noch neue, persönliche Eindrücke finden lassen. Auch in seiner New-York-Serie gelingt es dem 67-jährigen von Gunten, typische Manhattan-Motive und aparte Details in reizvoll verschleierter Optik zu einem intimen Bilderbogen zu vereinen. Unter von Guntens Bearbeitung der Bilder wird auch ein Beton-Moloch wie New York City zum zarten Spiel aus Licht und Farbe. Schwere Wolkenkratzer an der 125. Strasse scheinen im starken Mittagslicht zu flimmern. An einem Baum im Central Park glänzt das Laub silbrig wie Schnee. Durch die Belichtung gibt von Gunten beim Fotografieren eine ästhetische Tendenz vor, die er später am Computer verstärkt, etwa durch Farbveränderungen. Die typischen gelben Taxis tönt er experimentierfreudig neongrün und blau. Zudem löst er die Bildmotive in schattierungslose Farbflächen auf und nähert sich so der Abstraktion. An konstruktivistische Bilder erinnert die blau getönte Hochhausfassade «Manhattan», in der Fensterreihen und durch Spiegelungen gebrochene Perspektiven das Gebäude und gleichnishaft die ganze Stadtarchitektur in ein grosses, mathematisches Muster auflösen.Bild-RoadmovieLebensräume und Lichtstimmungen dominieren auch die Arbeiten von Andrea Muheim, die eine vorzügliche Ergänzung zu Peter von Guntens Fotografien bilden. Etwas Verschwommenes, leicht Verträumtes haftet den Strassenbildern der 40-jährigen Zürcher Künstlerin an. Der Röntgenplatz in Zürich bei Nacht, eine ländliche Strasse bei Schwyz an einem dämmerigen Winternachmittag: Es sind die weichen, diffusen Lichtsituationen, die Andrea Muheim reizen und die sie virtuos und sprechend mit Ölfarbe auf Leinwand umsetzt. Leichte Verwischungen und Schatteneffekte täuschen zudem ein Bewegungsmoment vor, die Gemälde geraten zum 1-Bild-Roadmovie durch träumerische Szenerien, in denen Laternenlichter oder ein blasser Schimmer am Horizont die Hauptdarsteller sind. Die sensiblen Lichtstimmungen geben den Stadtszenen etwas Intimes. Begonnen hat Muheim mit gestickten Porträts, die neben den eindrucksvollen Strassengemälden etwas abfallen. Faszinierend und facettenreich hingegen sind die kleinformatigen Interieurbilder, die gleichsam Bindeglieder zwischen gestickten Menschen und gemalten Strassen bilden.

Die Ausstellung dauert bis zum 14. Februar.

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