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Der Sound als Markenzeichen

Der Sound auf dem neusten Album des Stefan-Rusconi-Trio «One Up Down Left Right» ist das Ergebnis eines längeren Gärungsprozesses, der im September 2003 erstmals dokumentiert wurde und seither drei CDs hervorgebracht hat.

Das Trio um den in Zürich geborenen und ausgebildeten Pianisten Stefan Rusconi verfügt über ein unverkennbares Markenzeichen, was nicht hoch genug einzuschätzen ist, unabhängig davon, wie sehr einem das besagte Merkmal im Einzelfall zusagt oder nicht. Beim vorliegenden Beispiel handelt es sich um den Sound der Gruppe. Dieser setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen – genannt seien die eingängige Melodik, deren schlichte Sanglichkeit mitunter die Gefilde des Pop streift, eine prägnante Rhythmik, die aber ohne jedwelchen Kraftakt auskommt, sowie eine stimmungsmässige Konsequenz, die dazu führt, dass jedes Album guten Endes mehr darstellt als die Summe der einzelnen Titel, für die grösstenteils der Leader verantwortlich zeichnet. Kompaktes TeamMit seinem lichten Anschlag ist Rusconi ein kongenialer Interpret seiner selbst, wirkungsvoll unterstützt vom Bassisten Fabian Gisler, der sein Rüstzeug an der Swiss Jazz School in Bern erworben hat, und dem Schlagzeuger Claudio Strüby, einem Absolventen der Musikhochschule Luzern. Ihr Beitrag ist ebenso unspektakulär wie essenziell, sind sie es doch, denen die Aufgabe zukommt, die hypnotischen Grooves aufrechtzuerhalten, ohne die Rusconis Ansatz doch etwas leichtgewichtig daherkäme. Dem Hörer seien Vergleiche mit dem Trio des im letzten Sommer tödlich verunglückten schwedischen Pianisten Esbjörn Svensson erlaubt. Wir wollen hier weniger auf die Gemeinsamkeiten eingehen, da sich diese aus dem bisher Gesagten von selbst ergeben, als auf die Unterschiede: Das Rusconi-Trio wirkt auf sympathische Art bescheidener; der Bombast, der E.S.T. nicht völlig fremd war, fehlt hier fast gänzlich. Rusconi, Gisler und Strüby geben der Musik den Raum, den sie braucht, um sich gleichsam aus sich selbst zu entwickeln, ohne den dramaturgischen Overkill, der dem Esbjörn-Svensson-Trio bisweilen angelastet werden musste.Der Sound, so wie er sich auf dem neusten Rusconi-Album «One Up Down Left Right» präsentiert, ist das Ergebnis eines längeren Gärungsprozesses, der im September 2003 erstmals dokumentiert wurde und seither drei CDs hervorgebracht hat. Während die ersten beiden «standesgemäss» auf den Schweizer Spartenlabeln Brambus und Unit Records erschienen sind, wird «One Up Down Left Right» auf Sony veröffentlicht. In Zeiten, in denen sich die Grossen der Branche aus dem Jazz zurückziehen, erstaunt dieser Deal. Natürlich ist er Rusconi und seinen Mitstreitern zu gönnen, doch lässt sich die Frage nicht ganz unterdrücken, worauf das Label hier spekuliert.

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