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Rickenbacher kommt Jägern entgegen

Die Mitte 2008 in Kraft gesetzten strengen Jagdvorschriften werden Anfang Dezember in einzelnen Punkten leicht aufgeweicht. Regierungsrat Andreas Rickenbacher erntet dafür von den Jägern Lob.

Das Schiessverbot im Umkreis von 100 Metern von bewohnten Gebäuden soll unter gewissen Umständen nicht mehr gelten. Ebenso dürfen Jäger im Januar wieder Hunde für die Fuchsjagd einsetzen. Dazu kommen Anpassungen bei den Schusszeiten. Die überarbeiteten Jagdvorschriften werden gemäss Mitteilung des Kantons am 1. Dezember in Kraft gesetzt.

Die Erfahrungen mit der Jagdsaison 2008/09 sowie Rückmeldungen aus der Jägerschaft hätten gezeigt, dass das neue Jagdrecht sich grundsätzlich bewährt und zu einer Beruhigung der Berner Jagd beigetragen habe, heisst es in der Mitteilung. Im Austausch mit den Jägern ist Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher zum Schluss gekommen, dass eine «Feinjustierung der Vorschriften» angebracht ist.

«Sehr kleine Änderungen»

Das vergleichsweise liberale Jagdgesetz war nach einigen unrühmlichen Vorfällen auf Mitte 2008 hin verschärft worden. Verschärft wurden insbesondere die Vorschriften bei der Baujagd, bei der Hunde in Fuchs- und Dachsbauten eindringen. Verboten wurde aber auch das Mitführen einer geladenen Waffe in einem Auto. Munition und Schusswaffe müssen getrennt voneinander im Auto untergebracht sein.

Bei der Feinjustierung handle es sich tatsächlich nur um «sehr kleine Änderungen», sagt Rickenbacher auf Anfrage, keinesfalls um ein starkes Entgegenkommen den Jägern gegenüber. Bei einigen wenigen Punkten habe man gemerkt, dass die neuen Vorschriften zu Schwierigkeiten führten. Zum Beispiel beim Schiessverbot im Umkreis von 100 Metern von bewohnten Gebäuden. Rickenbacher veranschaulicht das Problem anhand eines Bauernhauses, das nahe an einem Waldrand steht. Aufgrund der Distanzregel sei hier die Jagd bis in den angrenzenden Wald hinein verboten.

Schiessen bei Häusern

Das Schiessverbot bleibt grundsätzlich bestehen. Wenn sich jedoch Wald, eine waldähnliche Bestockung oder eine Sicht behindernde Hecke zwischen dem Gebäude und dem Jäger befindet, ist die Schussabgabe neu erlaubt.

Sind die Bewohnerinnen und Bewohner einverstanden, darf ein Jäger im Umkreis des Hauses auch wieder Jagd auf Fuchs, Dachs, Steinmarder, Marderhund und Waschbär machen. Diese Änderung dient vor allem dazu, die Bekämpfung des Marders zu ermöglichen, der bekannt dafür ist, an Häusern oder Autos Schäden zu verursachen.

Hunde im Januar wieder erlaubt

Gelockert wird weiter eine Vorschrift, welche die Jagdzeiten betrifft. Bei genügender Sicht darf in Wintermonaten auch wieder zwischen 17 und 21 Uhr geschossen werden. Derzeit sind die Schiesszeiten an die Zeiten von Aufgang und Untergang der Sonne gekoppelt. Diese Vorschrift zwang Jäger, die ab 21 Uhr auf die Nachtjagd gehen, zu mehrstündigen Pausen. Neu können sie wieder «ohne Unterbruch in den Nachtansitz wechseln», heisst es in der Mitteilung.

Mit dem neuen Jagdgesetz war der Einsatz von Hunden im Januar und Februar verboten worden. Im Januar dürfen Hunde zur Unterstützung der Fuchsjagd neu wieder eingesetzt werden. Im Gegenzug wird eine Gehorsamsprüfung für sämtliche Jagdhunde obligatorisch erklärt. Ziel dieser Massnahme: Hunde sollten rascher und leichter zurückgerufen werden können. Dadurch vermindere sich der Stress für das Wild, der durch die Hetze entsteht, «wesentlich», heisst es in der Mitteilung.

Jäger noch nicht ganz zufrieden

Der Präsident des Berner Jägerverbandes, Peter Zenklusen, bezeichnet die Anpassungen als positiv. Über alles gesehen, seien die Jäger «sehr zufrieden». Auch das Verhältnis zur Volkswirtschaftsdirektion habe sich sehr gut entwickelt. Mitte 2008, als die verschärften Jagdvorschriften eingeführt wurden, war es zu Verstimmungen gekommen.

In einem Punkt allerdings sind die Berner Jäger noch nicht zufrieden: Die Baujagd müsse wieder – wie früher – bis Ende Februar erlaubt sein, sagte Zenklusen, nicht nur bis Ende Januar: «Wir werden nächstes Jahr wieder kommen mit dieser Forderung.»

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