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Oberaargau verpasst Chance

Die Agglomeration Langenthal erhält zwischen 2011 und 2014 kein Bundesgeld. Das eingereichte Dossier war ungenügend. Die Regionsplaner weisen die Kritik zurück.

Der Bund hat, wie erst jetzt bekannt geworden ist, das Langenthaler Agglomerationsprogramm im letzten Herbst abgelehnt. Georg Tobler, Leiter der Sektion Agglomerationspolitik im Bundesamt für Raumentwicklung, bestätigte einen Bericht der «Berner Zeitung»: «Der Zug für Langenthal ist für die Tranche 2011 bis 2014 abgefahren», sagte er gestern dem «Bund». Das von der Agglomeration Langenthal eingereichte Programm sei als einziges von 30 Programmen aus Qualitätsgründen zurückgewiesen worden, sagte er. Insgesamt erhalten vier Agglomerationen für den Zeitraum 2011 bis 2014 kein Geld. Nebst Langenthal sind dies Freiburg, Wil und Stans. Die Programme der drei anderen Agglomerationen wurden geprüft, sie haben sich aber als zu wenig wirkungsvoll erwiesen. Die Bundesgelder für die Agglomeration Langenthal seien nicht verloren, sagte Tobler. Falls aus dieser Region ein verbessertes Programm eingereicht werde, fliesse das Geld zeitlich verzögert, im Rahmen der nächsten Tranche ab 2015.«Gestorben oder geschoben»Die Planungsregion Oberaargau ist gestern heftig kritisiert worden – zumal sie nach einem Zwischenbericht 2006 Gelegenheit gehabt hätte, das Programm zu verbessern. Die SP Oberaargau und die Regionalgruppe des Verkehrsclubs der Schweiz VCS schreiben in ihren Mitteilungen von verpassten Chancen und Planungsfehlern. Mithilfe von Bundesmillionen hätten vorab Velowegnetze ausgebaut und Ortsdurchfahrten realisiert werden können. Es sei anzunehmen, dass diese Projekte «nun gestorben oder zumindest auf die lange Bank geschoben worden sind». SP und VCS werfen den Planern vor, sich zu sehr auf den Autobahnzubringer konzentriert zu haben. Die bernische Baudirektorin Barbara Egger will keine Schuldzuweisungen vornehmen. Es lasse sich auch nicht beziffern, wie viel Geld dem Oberaargau entgehe. Denn es sei nicht klar, welche Projekte schliesslich auch verwirklicht worden wären. Egger sagte aber, der Kanton habe relativ früh festgestellt, dass das Oberaargauer Programm Mängel aufweise. Die Region sei darauf aufmerksam gemacht worden, den Langsamverkehr und den öffentlichen Verkehr ebenfalls einzubeziehen. Die Oberaargauer hätten sich «vielleicht doch zu wenig helfen lassen», sagte Egger und schaute nach vorn: Nun gelte es, die nächste Chance zu packen. Markus Ischi, Geschäftsführer der Vereinigung Region Oberaargau, wies die Kritik als ungerechtfertigt zurück. Man habe auf die frühen Einwände reagiert, aber offenbar nicht so, wie sich dies der Bund vorgestellt habe. Zudem sei die Vereinigung nicht allein verantwortlich für die Arbeit, die Planung sei zusammen mit Gemeinden und dem Kanton erfolgt. Ischi bezweifelt, dass die Region nun auf viel Geld verzichten muss: Es gebe fast keine pfannenfertigen Projekte.Gegen oberirdischen AusbauGestern hat zudem der Regierungsrat des Kantons Bern Stellung genommen zu den Bundesprogrammen «Agglomerationsverkehr, Finanzierungsetappe 2011 bis 2014» und «Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz». Die Stossrichtung der Programme werde begrüsst, schreibt die Regierung. «In wichtigen Teilaspekten ist sie jedoch anderer Meinung.» So will sie sich dafür einsetzen, dass der Bund die Projekte «Tramverlängerung Kleinwabern» und «Verkehrssanierung Worb» als prioritär anerkennt. Einen oberirdischen Ausbau der Autobahnen A1 und A6 im Raum Bern, wie ihn der Bund vorsieht, lehnt der Regierungsrat aber «kategorisch» ab, wie es in der Mitteilung heisst. (db)>

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