Zum Hauptinhalt springen

Liaison mit der Romandie

Der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Andreas Rickenbacher (sp), baut mit fünf Westschweizer Kantonen einen neuen Wirtschaftsraum auf.

Die Öffentlichkeit sollte erst in zehn Tagen informiert werden; die Nachricht sickerte jedoch schon jetzt durch: Der Kanton Bern will nun definitiv mit der Romandie eine wirtschaftspolitische Liaison eingehen. Ausländische Firmen sollen in Zukunft gemeinsam mit Genf, der Waadt, Neuenburg, Freiburg und dem Wallis angeworben werden. Mit geballten Kräften kann der Verbund in über zehn Ländern Imagewerbung für den zweisprachigen Wirtschaftsraum betreiben; Bern ist zurzeit nur in den USA, in Frankreich und Deutschland aktiv.

Die sechs Kantone werden weiterhin untereinander konkurrieren, siedelt sich eine ausländische Firma samt Arbeitsplätzen letztlich doch nur in einem Kanton an. Gleichwohl ist die Stossrichtung gemäss einem Bericht des «Sonntags» klar: Das neue Gebilde sei nicht zuletzt als Gegenstück zum anderen grossen Wirtschaftsblock gedacht, zur Greater Zurich Area.

Der Name als Knackpunkt

Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (sp) bestätigt die Zusammenarbeit auf Anfrage. Weiter gehende Fragen wolle er aber erst am 2. Juli beantworten – an der Pressekonferenz in Bern. Rickenbacher gilt als einer der Architekten des Projekts.

Bis zum 2. Juli müssen sich die beteiligten Kantone vorab noch über den Namen des neuen Wirtschaftsraums einig werden – nur vermeintlich ein Detail. Sowohl «Berne» als auch «Geneva» stellten einen integralen Bestandteil des Namens dar, schreibt der «Sonntag».

Im Weiteren heisst es in der Zeitung, das Projekt werde seit Monaten «unter grosser Geheimhaltung» vorangetrieben. Der «Bund» schrieb indes schon im Juni 2008, dass Bern und die Romandie «beschlossen, im Ausland künftig gemeinsam um die Ansiedlung neuer Firmen zu werben». Die neue Organisation solle 2009 die Arbeit aufnehmen, so der «Bund» weiter. In der Zwischenzeit hat sich das Projekt konkretisiert. Gut unterrichtete Quellen wissen zudem: «Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die wirtschaftliche Kooperation nur der Anfang ist und die sechs Kantone bald schon in vielen weiteren Bereichen stärker zusammenspannen.»

Espace Mittelland als Vorläufer?

Das neue Gebilde ist nicht als Nachfolgeorganisation des gescheiterten Vereins Espace Mittelland zu werten. Dieser konzentrierte seine Arbeit auf die Wirtschaftsförderung im Innern. Am 8. Juni haben die beteiligten Kantone Bern, Freiburg und Solothurn beschlossen, Espace Mittelland zu liquidieren. Der Verein habe die gesteckten Ziele nicht erreicht, lautete die Begründung. (phi)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch