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Kultur und Design in Halle 6

Ein Raum für Konferenzen, Musik und Theater sowie zwei Ausstellungsräume für Möbel werden ab 2009 in der Halle 6 untergebracht. Der Thuner Innenarchitekt Ueli Biesenkamp erhielt den Zuschlag nach Jahren der Unklarheit.

Lange war offen, was die letzte Bastion des Nachtlebens auf der einstigen Thuner Ausgehmeile Selve-Areal ablösen soll. Der Mietvertrag der Diskothek Orvis, die in der Halle 6 eingemietet war, ist dieses Jahr abgelaufen. Doch nun ist klar, was in der denkmalgeschützten ehemaligen Industriehalle auf rund 2800 Quadratmetern entstehen wird. Der Gemeinderat hat sich für ein «Kompetenzzentrum für Architektur, Design und Kultur» entschieden, wie die Stadt gestern mitteilte. Realisieren soll es die Firma daskonzept ag des Thuner Innenarchitekten Ueli Biesenkamp. Im Mittelteil plant er eine Halle für Konferenzen, Musik und Theater. In diesem «Forum für Kultur» sollen bis zu 350 Personen Platz finden. Im West- und Ostflügel ist je ein Ausstellungsraum vorgesehen. Dort will die Firma daskonzept ag ihre in der Region produzierten Möbel zeigen. Im Westteil möchte sie zusätzlich ihr Designarchiv unterbringen. Im Anbau der Halle – dieser gehört nicht der Stadt – ist ferner ein Restaurant geplant. Belebung des QuartiersDer Thuner Gemeinderat hat das Projekt aus zwölf Bewerbungen – darunter waren Ideen für ein Zentrum für Perkussion, eine Markthalle, eine Bowling-Bahn, Tank und Musik und einen Indoor-Kinderspielplatz – ausgewählt. Kriterien waren die Nutzungsart, die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Angebote, der Ertrag für die Stadt und die Mietdauer. Zentrale Auflage war zudem, dass das Projekt das kulturelle Leben der Stadt ergänzen und bereichern sollte. Wieviel Geld das Vorhaben in die Stadtkasse spühlt, sagt Thun nicht. «Es handelt sich aber um einen Betrag in der Grössenordnung, die der Stadtrat gefordert hat», sagte Urs Frey, Leiter des Amts für Stadtliegenschaften, auf Anfrage. Der jährliche Mietzins für die Halle 6 dürfte aufgrund früherer Angaben der Stadt rund 500 000 Franken betragen. Die Dauer des Mietvertrags beträgt 15 Jahre. «Der Spagat zwischen Kommerz und Kultur gelingt», schreibt der Gemeinderat in der Begründung seiner Auswahl. Die Halle werde belebt und belebe ihrerseits das geplante Wohnquartier Selve. Zudem überzeuge die Idee ästhetisch: Alt und Modern würden ideal kombiniert. Und das Konzept sei nicht elitär: «Breite Bevölkerungsschichten werden davon profitieren.» Er sei froh über den Zuschlag, sagte Innenarchitekt Biesenkamp auf Anfrage. «Und ich glaube an eine breite Zustimmung.» Die Bauarbeiten beginnen im Frühling, im Sommer 2009 sollen die umgestaltete Halle und das Restaurant eröffnet werden. Kein Dampfmaschinenmuseum2002 sah noch alles ganz anders aus: Basierend auf der Studie eines deutschen Tourismusberaters wollte die Stadt die Halle 6 in ein Kulturzentrum verwandeln und dort das Dampfmaschinenmuseum der Stiftung Vaporama unterbringen. Wegen Thuns finanzieller Nöte wollte der Stadtrat die Stifung aber schliesslich nicht mehr unterstützen und lukrativere Mieter für die Halle suchen. Vorübergehend zog der Grossverteiler Coop mit seinem Bau- und Hobby-Warenhaus ein und investierte über fünf Millionen Franken in die Sanierung. Dafür bezahlte Coop der Stadt keine Miete. 2007 stand dann die Idee eines Kinos mit drei Sälen und Platz für bis zu 650 Personen im Raum. Der Thuner Kinounternehmer Walter Loosli wollte vier Millionen Franken investieren und zwei Drittel der Halle mieten. Das Projekt scheiterte, weil die Investitionen schliesslich wesentlich höher ausgefallen wären als ursprünglich berechnet und Loosli ein Angebot in Sachen Miete machte, das die Verhandlungsbasis um mehr als zwei Drittel unterschritt.>

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