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Für Berns Hausärzte auch Freudentag

Am heutigen nationalen Streiktag der Hausärzte haben die Berner Hausärztinnen und -ärzte auch Grund zur Freude: Die Universität Bern stärkt ihre akademische Stellung – mit der Eröffnung des Berner Instituts für Hausarztmedizin.

Auf den ersten Blick mutet es zwar an wie ein Etikettenschwindel: Die 26-jährige Fakultäre Instanz für Hausarztmedizin Fiham wird zum Berner Institut für Hausarztmedizin Biham. Alle, die den Aufbau dieses Instituts gefordert oder an ihm mitgewirkt haben, betonen aber dessen Bedeutung. Es stelle eine akademische Aufwertung der Hausarztmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern dar, sagt Dekan Prof. Peter Eggli.Wichtig und wünschbar sei dabei, dieser Aufwertung auch gegen aussen «ein Label zu geben». Bis zur Schaffung eines Ordinariats mit einem Lehrstuhl für Hausarztmedizin werde es aber noch eine Weile dauern, schränkt Eggli ein: Man werde vorerst «auf dem eingeschlagenen Weg der Fakultären Instanz weiterfahren» und wolle bis zum Erreichen eines Vollinstituts in einigen Jahren «eigenen akademischen Nachwuchs» heranziehen.Mit der Praxis vernetzt Wichtig sei vor allem, dass das Institut (wie bislang die Fakultäre Instanz) gut vernetzt sei mit den praktizierenden Hausärztinnen und Hausärzten. Andere Schweizer Universitäten hätten auf politischen Druck hin umgehend einen Lehrstuhl für Hausarztmedizin eingerichtet. Dabei sei die Gefahr aber gross, dass isoliert und entrückt vom hausärztlichen Alltag, «irgendetwas geforscht» werde. Der Berner Weg führe deshalb weiterhin über die Zusammenarbeit mit den rund 500 Ärztinnen und Ärzten, die derzeit im Kanton Bern Medizinstudenten ausbilden. Diesen Weg befürwortet auch der Lysser Arzt und Leiter des bisherigen Fiham, Andreas Rothenbühler, der dem neuen Institut zusammen mit vier weiteren Ärzten in einem Teilzeitpensum vorstehen wird. «Wir wollen kein abgehobenes Institut, das uns sagt, was Hausarztmedizin ist», sagt er. Deshalb sei für ihn klar, dass «das bekannte, einzigartige Ausbildungsmodell in Hausarztmedizin an der Berner Fakultät» beibehalten werde. Die Institutsgründung sei ein Zwischenschritt. Ziel sei die Schaffung eines Ordinariats mit Lehrstuhl in Hausarztmedizin. Dem Führungskollegium des Instituts wird auch der Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin des Inselspitals angehören, der in den nächsten Monaten zu wählen sein wird. Hausarztmedizin und Innere Medizin würden eng zusammenarbeiten, sagt Rothenbühler: «Mit gemeinsamen Inhalten in Lehre, Ausbildung und Forschung». Ein erstes Forschungsprojekt sei zusammen mit dem Institut für Infektionskrankheiten geplant.Der politische DruckDie nun erfolgte akademische Aufwertung der Hausarztmedizin an der Universität Bern dürfte durch politischen Druck zumindest beschleunigt worden sein. Das Kantonsparlament hatte letzten Herbst einen entsprechenden Vorstoss der Langnauer Ärztin und Grossrätin Danielle Lemann überwiesen. Für sie ist die Institutsgründung nun «ein Schritt in die richtige Richtung und eine Stärkung der Hausarztmedizin». Für die angehenden Ärztinnen und Ärzte sei sie «ein Anreiz, diese Weiterbildung zu wählen». Dies sei wichtig, denn: «Wir Hausärzte sind das Rückgrat unserer Gesundheitsversorgung.»

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