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Die Halle 6 wird multifunktionell

Arbeitsplatz, Möbelmuseum, Ausstellung, Kunstgalerie, Kulturlokal: All dies will die Firma des Innenarchitekten und Designers Ueli Biesenkamp in der Halle 6 vereinen.

«Das müssen wir haben.» So reagierte der Thuner Designer Ueli Biesenkamp, als er von der Möglichkeit hörte, die Halle 6 zu mieten. Wie sein Unternehmen «daskonzept ag» die Halle nun nutzen wird, ist nicht ganz einfach zu erklären. Zum «Kompetenzzentrum für Architektur-Design und Kultur» solle sie werden, schreibt die Firma auf ihrer Homepage. Eine Ambiente der Begegnung, auf keinen Fall ein elitärer Ort, sagt Biesenkamp bei einem Rundgang durch die fast 2500m2 grosse Halle. Klar ist: Ihm schwebt Grosses vor. Auf den ersten Blick wirkt die Halle wie ein äusserst geräumig eingerichtetes Möbelhaus. Auf Holzpodesten sind jeweils verschiedene Büromöbel zu Kompositionen gruppiert. Laut Biesenkamp ein innovatives Verkaufsmodell: Potenzielle Kunden könnten hier gleich selbst erfahren, ob sich eine bestimmte Büroeinrichtung anbiete und welche Alternativen es gäbe. Wenn die Kunden die Einrichtungen erleben könnten, sei das natürlich etwas anderes, als wenn man mit Plänen bei ihnen vorbeigehe, sagt Biesenkamp. Zwischen aktuellen Büromöbeln befinden sich Werke aus früheren Jahren, Stühle und Sessel, die Trends setzten, die die Architekturgeschichte beeinflussten. Die Halle ist also auch ein Designarchiv, ein Möbelmuseum. Büro ohne feste ArbeitsplätzeZudem dient sie zehn Mitarbeitern der Firma als Büro. Über einen eigenen Arbeitsplatz verfügen diese nicht. Jedem von ihnen steht ein Metallschrank auf Rollen zur Verfügung. Darin bewahren sie ihr Material, ihre Unterlagen, ihren Laptop auf. Ihnen ist überlassen, wo sie die Arbeit schliesslich verrichten. «So können wir während unserer Arbeit gleich auch Erkenntnisse gewinnen, wie ein Büro ohne festen Arbeitsplatz am besten funktioniert», erklärt Biesenkamp. Diese Variante sei zum Beispiel für Universitäten, wo sehr viele Mitarbeiter in Teilzeitpensen arbeiteten, eine interessante Lösung. «Für die Möbel benötigen wir höchstens drei Meter Höhe, der Raum ist elf Meter hoch», rechnet Biesenkamp vor. Auf den restlichen acht Höhenmetern, aber auch zwischen Podesten und Möbeln sollen in einer «Luft- und Zwischenraum»-Galerie Künstler oder Architekten ausstellen oder wirken können. Die Halle 6 wird so auch zur Kunstgalerie – und zum Kulturlokal: Der mittlere Teil der Halle wird als «Forum für Kultur» dienen. Schliesslich soll das Konzept das städtische Kulturleben bereichern. Bereichern, nicht konkurrenzieren – darauf legen legt Biesenkamp und auch die Thuner Baudirektorin Jolanda Moser grossen Wert. Moser: «Ein einzigartiges Projekt»40 bis 50 Anlässe pro Jahr sind geplant, etwa 20 Kongresse und zudem Konzerte, Theater oder Lesungen. Damit würde die Forderung der Stadt Thun bei Weitem erfüllt. Die Stadt verlangte bei der Ausschreibung, die Halle müsse für die Bevölkerung zugänglich sein und es sollte mindestens ein kultureller Anlass pro Monat darin stattfinden. Das Konzept entspreche der Idee, das Gebäude äusserlich unverändert zu belassen, mit dem Angebot jedoch, das entstehende Wohnquartier zu beleben, sagt Gemeinderätin Moser. Sie ist überzeugt, dass gleich zwei Spagate gelingen werden. Jener zwischen Kommerz und Kultur, aber auch jener zwischen Alt und Modern. Neuartige Möbel würden in einer denkmalgeschützten Fabrikhalle in Szene gesetzt. «Ein einzigartiges Projekt in der Schweiz, ja in Europa», sagte Moser. Nur das gastronomische Angebot ist bisher noch bescheiden – ein kleines Restaurant, das für 20 Personen Mittagessen anbietet. Bei Anlässen wird vorläufig ein Catering organisiert, zu einem späteren Zeitpunkt soll ein grösseres Restaurant entstehen.>

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