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Das Geheimnis der Universitätsfahne

Zum 50. Geburtstag der Universität Bern im Jahr 1884 übergaben die Professorenfrauen – Professorinnen gab es damals noch keine – der bernischen Studentenschaft eine Fahne.

Seit 2007 hängt die Universitätsfahne, wie sie unterdessen genannt wird, im Historischen Museum Bern. Was in den 123 Jahren dazwischen geschah, ist äusserst mysteriös.

Zunächst trugen die Studierenden die Fahne jeweils an Umzügen und Festen mit. Auch 1903, bei der Einweihungsfeier des neuen Hauptgebäudes der Universität, war sie dabei. Danach verschwand das Banner; es tauchte erst einige Tage später zerrissen und zerschunden wieder auf. Das Volk war empört: «Am gleichen Tage, wo dieser auf dem Schweisse des Volkes erbaute Palast eingeweiht wird, erlauben sich einige Herrensöhnchen, die Ehre der Universität durch schändliche, muthwillige Besudelung ihres Banners in den Koth zu ziehen», hiess es in der «Buchsi-Zeitung». Daraufhin stellten sich die Schuldigen – Angehörige der Studentenverbindung Helvetia – und wurden vom Senat der Uni gerügt.

Helveter und Zähringer

1934 tauchte die Fahne an der 100-Jahr-Feier der Uni nochmals auf und nahm bei «unschönen Szenen» zwischen den Studenten erneut Schaden. Diesmal waren wahrscheinlich Zähringer dafür verantwortlich, wie die Verbindung selber vermutet. Danach verschwand die Fahne erneut; sie tauchte erst 1954 wieder auf, als die Zähringia ihr Stammlokal räumen musste. Die Verbindung vermied es aber tunlichst, das Tuch herauszurücken. Sie liess zwar extra einen Schaukasten anfertigen, verdeckte die Fahne aber mit Packpapier, sobald Fremde ins Lokal kamen.

Die Jahrzehnte setzten der Fahne jedoch zu, und in neuester Zeit wurden die Zähringer wohl auch zunehmend vom schlechten Gewissen geplagt. Nach «sorgfältig vorbereiteten Gesprächen» mit der Uni-Leitung wurde die Fahne jedenfalls dem Historischen Museum zur Restauration übergeben. Seit 2007 hängt sie dort in der Dauerausstellung zu Albert Einstein.

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