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Amstutz gibt der SVP einen Korb

Das SVP-Kandidatenkarussell für die Regierungsratswahlen 2010 dreht sich: Nach der Absage von Adrian Amstutz gilt Albert Rösti als Wunschkandidat der Partei.

Im nächsten Jahr wollen die Bürgerlichen die Regierungsmehrheit zurückerobern, welche sie 2006 an Rot-Grün verloren haben. Doch die Spaltung der Berner SVP und die Gründung der BDP im Juni des vergangenen Jahres könnte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Laut gut informierten Quellen will die Berner SVP bei den Wahlen in den Gross- und Regierungsrat nicht mit der BDP kooperieren, weil sie dies der eigenen Basis schlecht verkaufen könnte. «Unsere Basis wird es nicht akzeptieren, wenn wir mit der BDP zusammenspannen», bestätigt der Oberländer Grossrat Gerhard Fischer, Mitglied der SVP-Geschäftsleitung. Die SVP werde die Wahlen «wahrscheinlich in allen Belangen» selbstständig führen. «Wir treten nicht gegen die BDP an, sondern wollen unsere Sitze zurückerobern», betont er. Zwischen den beiden Parteien stehen die Freisinnigen.Rösti traut sich das Amt zuDas Kandidatenkarussell der Berner SVP für den Regierungsrat dreht sich im Moment auf Hochtouren. Die Partei will mit zwei oder drei Kandidaten antreten, wie Fischer weiter bestätigt. Eine Findungsgruppe ist mit der Kandidatensuche beschäftigt. Neben dem Bisherigen Christoph Neuhaus sind dem Vernehmen nach Albert Rösti und Nationalrat Adrian Amstutz im Gespräch. Rösti ist Direktor des Verbands der Schweizer Milchproduzenten (SMP) und war früher Generalsekretär von Volkswirtschaftsdirektorin Elisabeth Zölch. Innerhalb der SVP gilt der 41-Jährige eher als Technokrat. «Grundsätzlich drängt es mich nicht zum Wechsel», sagt Rösti. Er habe eine sehr herausfordernde Aufgabe. Anderseits wäre die Kandidatur für den Regierungsrat eine einmalige Chance. «Ich traue mir das Amt zu.» Rösti wohnt in Uetendorf und ist in Kandersteg aufgewachsen. Die Oberländer sind in der Berner SVP seit der Spaltung gestärkt und verlangen eine grössere Rolle. «Wir wollen unbedingt einen Oberländer im Regierungsrat», sagt Fischer. Das Oberland mache rund die Hälfte des Kantonsterritoriums aus und sei heute nicht mehr in der Regierung vertreten. Amstutz: «Genug Aufgaben»Tritt die Berner SVP mit Amstutz an, dürfte der Oberländer Nationalrat so gut wie gewählt sein. Amstutz ist bekannt und kann viele Stimmen holen – das seien grosse Vorteile, sagt Fischer. «An ihm kommt man praktisch nicht vorbei.» Amstutz seinerseits stellt auf Anfrage klar: «Ich stehe definitiv nicht zur Verfügung.» Er habe seiner Partei von Anfang an klargemacht, dass eine Kandidatur für ihn nicht infrage komme, sagt der Sigriswiler. «Ich habe genug interessante Aufgaben, welche mir sehr gefallen.» Neben Amstutz und Rösti gebe es im Berner Oberland aber noch weitere sehr gute Kandidaten, wie zum Beispiel Monique Jametti Greiner, sagt Fischer. Die 52-jährige Juristin ist Vizedirektorin des Bundesamtes für Justiz und gilt als dossiersicher. Sie trat 2006 erfolglos für den Regierungsrat an. Noch unklar ist, ob die BDP bei den Regierungsratswahlen mit einem oder zwei Kandidaten antritt. BDP-Regierungsrat Urs Gasche will im Sommer über eine erneute Kandidatur entscheiden. «Wir richten uns nach übergeordneten Zielen», sagt BDP-Fraktionschef und Grossrat Dieter Widmer. Ziel sei klar die Rückeroberung der bürgerlichen Mehrheit. Damit dies gelinge, sei die BDP bereit, bei der personellen Ausrichtung Konzessionen zu machen. «Eine Flut von Kandidaten erschwert die Ausgangslage.» Wenn die SVP zu stark auf die eigene Profilierung schaue und viele eigene Kandidaten nominiere, sei die Rückeroberung der Regierungsmehrheit für die Bürgerlichen illusorisch. Das werde dann die Berner SVP zu verantworten haben. Der SVP-Parteivorstand hat aber noch nicht über das Vorgehen entschieden, wie Geschäftsführerin Aliki Panayides sagt. «Die Frage des Zusammengehens mit der BDP oder anderen Parteien ist von geringer Bedeutung.» Denn bei den Wahlen im nächsten Jahr gebe es keine ausseramtlichen Wahlzettel mehr. Parteipräsident Rudolf Joder seinerseits war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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