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Verlad kommt ins Stocken

Seit der Eröffnung des Basistunnels ist der Autoverlad am Lötschberg rückläufig, jener nach Italien legt aber zu. Die BLS erwägt nun neue Verbindungen – und will ihr Angebot besser mit jenem der SBB am Simplon abstimmen.

Mit prekären Strassenverhältnissen steigt jeweils auch die Nachfrage beim Autoverlad der BLS durch den Lötschbergtunnel von Kandersteg nach Goppenstein. Am Wochenende vor den Festtagen führt die Bahn zudem direkte Autozüge von Kandersteg über Brig nach Iselle auf der Südseite des Simplontunnels. Wer über die Ferien mit dem Auto in den Süden will, spart damit viel Zeit und kommt nach einer Stunde auf italienischem Boden an. Die direkten Autoverladezüge von Kandersteg nach Iselle verkehren allerdings nur an Wochenenden von März bis Oktober – und an ausgewählten Tagen wie über Ostern und vor Weihnachten. Ansonsten ist der Autoverlad bis nach Italien deutlich umständlicher: Von Brig nach Iselle bieten die SBB zwar einen eigenen Verlad an. Ihr Angebot ist allerdings kaum mit jenem der BLS am Lötschberg verknüpft. Ein gemeinsames Billet- und Reservationssystem der beiden Bahnen existiert bis heute nicht, und die Fahrpläne sind nicht aufeinander abgestimmt. Neues Angebot gilt ab 2010«Es gibt sicher Optimierungspotenzial», bestätigt Damian Pfister, Leiter Marketing der BLS. Der Autoverlad am Simplon ist vom Kanton Wallis bei den SBB bestellt. Bisher seien Vorschläge der BLS zur besseren Verknüpfung des Angebots bei den SBB und beim Kanton Wallis allerdings erfolglos geblieben, sagt Pfister. «Die BLS bleibt mit den SBB im Gespräch.» Die Autoverlade am Lötschberg und am Simplon seien zudem unterschiedliche Märkte: «Neun von zehn Kunden am Lötschberg fahren ins Wallis.» Am Lötschberg bietet die BLS jede halbe Stunde einen Autozug an, in der Hochsaison noch häufiger. Am Simplon fahren die SBB aber nur alle 90 Minuten. SBB-Mediensprecher Roland Binz führt dies auf Kapazitätsprobleme im Simplontunnel zurück. Binz verspricht Abhilfe: Ab Dezember 2010 soll jede Stunde ein Autozug von Brig nach Italien fahren. Zudem verweisen die SBB zumindest im Internet auf das BLS-Angebot am Lötschberg. 59000 Autos weniger befördertZusammen mit der Matterhorn-Gotthardbahn bietet die BLS eine gemeinsame Kundenkarte an. Wer etwa nach dem Lötschberg auch noch den Autoverlad durch den Furkatunnel benutzt, braucht dafür nur eine Karte – die jeweiligen Betreiber ziehen Punkte bei jeder Fahrt ab. Bei den SBB ist diese Karte aber nicht gültig. Laut Binz prüfen die SBB seit Längerem, mit der BLS und weiteren Partnern eine gemeinsame Kundenkarte für den Autoverlad einzuführen. Weil die BLS ihr System umstellen wolle, warteten die SBB damit noch ab. Seit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels für den Personenverkehr im Dezember 2007 hat die BLS einen deutlichen Rückgang des Autoverlads am Lötschberg verzeichnet. «Bis Ende November haben wir 59000 Autos weniger befördert», sagt BLS-Sprecher Hans Martin Schaer. Dies entspreche einem Rückgang von rund fünf Prozent. Ferienwohnungsbesitzer in Zermatt – welche mit dem Auto nicht ins autofreie Dorf fahren dürfen – benützten vermehrt die Bahn. BLS prüft neue VerbindungenDie BLS klärt laut Damian Pfister nun ab, wie sie im Autoverlad wieder zulegen kann. Dabei wären theoretisch auch neue Verbindungen möglich, etwa vom Norden der Deutschschweiz bis nach Italien. Keine Einbussen verzeichnet die Bahn derweil im Autoverlad nach Iselle. «Seit der Einführung im Jahr 2000 haben wir massiv zugelegt», sagt Pfister. Das Angebot nach Iselle sei aber ein Nischenmarkt. Wer sein Auto bis Italien verladen will, muss denn auch gut planen: Pro Tag und Richtung verkehrt nur ein Zug. In diesem Winter könnte der klassische Autoverlad der BLS am Lötschberg aber möglicherweise wieder zulegen: Die Personenzüge ins Wallis sind an Wochenenden oft dermassen überfüllt, dass wohl einige Umsteiger wieder auf das Auto wechseln werden. «Wir sind gespannt auf diesen Winter», sagt Hans Martin Schaer. >

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