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Riese im Blätterwald

Der Zürcher Tamedia-Konzern übernimmt mit der Edipresse das grösste Zeitungsverlagshaus in der Westschweiz. Die Unternehmen hoffen auf höhere Werbeeinnahmen und mehr Internetnutzer.

«Tages-Anzeiger», «Berner Zeitung», «Bund», «Le Temps», «24 heures» und zahlreiche weitere Blätter gehören künftig demselben Unternehmen: dem Zürcher Tamedia-Verlag. Die Tamedia übernimmt schrittweise bis 2013 das gesamte Schweizer Geschäft der Edipresse mit Sitz in Lausanne. Der neue Medienkonzern wird mit 3700 Angestellten einen Umsatz von 1,25 Milliarden Franken erzielen.

Die beiden Verlage begründeten den Zusammenschluss mit sinkenden Leserzahlen und rückläufigen Inserateeinnahmen. Vor allem das Internet wird zunehmend als Bedrohung empfunden. «Einige unserer Konkurrenten heissen Google und Facebook», erklärten die beiden Verwaltungsratspräsidenten Pietro Supino (Tamedia) und Pierre Lamunière (Edipresse) in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Übernahme zielt vor allem auf den Werbemarkt ab. Neben gemeinsamen neuen Angeboten über die Sprachgrenze hinweg wollen die beiden Unternehmen die Einnahmen aus der Internetwerbung erhöhen. Im Vordergrund stehen die Stellenanzeigen und die Immobilieninserate. Diskutiert wird eine Ausdehnung des Newsnetzes auf die Romandie: Heute sind an dieser Online-Plattform «Tages-Anzeiger», «Berner Zeitung», «Bund» und «Basler Zeitung» beteiligt.

Der Berner Medienexperte Roger Blum warnt vor einer Verarmung der Demokratie, wenn vom Bodensee bis nach Genf nur noch eine von Zürich aus gesteuerte Meinung verbreitet werde. Die Gewerkschaften befürchten, dass bei Gratiszeitungen und andern Blättern Stellen abgebaut werden.

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