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Kommentar: Die Wellen der Konjunktur

Jugendliche sind den Wellen der Konjunktur besonders stark ausgesetzt. Wenn Firmen in der Krise Stellen abbauen, tun sie das oft auf die mutmasslich «soziale» Art – indem sie freiwillige Abgänger nicht mehr ersetzen. Dies versperrt den Jugendlichen auf Stellensuche viele Türen. Zudem sind Junge ohne Erfahrung und Beziehungsnetze oft die Ersten, die in einer Entlassungswelle gehen müssen.Die Appelle an die Arbeitgeber zur Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen und zur Weiterbeschäftigung von Lehrabgängern sind fraglos gut gemeint. Sie sind aber nicht ganz ehrlich, wenn sie Zielkonflikte verschweigen. Soll eine Firma, die Personal abbauen muss, ihren Lehrabgängern eine Festanstellung anbieten und dafür 50-jährige Familienväter entlassen? Sollen Entlassungswellen in erster Linie die Jungen, die Älteren oder die mittleren Jahrgänge treffen? Gute Allgemeinantworten jenseits bekannter Floskeln («Es kommt auf den Einzelfall an», oder: «In jeder Firma braucht es eine gute Altersdurchmischung») sind bisher nicht erfunden.Auf Knopfdruck lassen sich die starken Schwankungen der Jugendarbeitslosigkeit nicht wegbringen. Der Staat kann aber die Schwankungen etwas zu dämpfen versuchen. Er tat dies schon in den letzten Konjunkturabschwüngen und will dies auch jetzt wieder tun – durch mehr Geld für Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme, verstärktes Lehrstellenmarketing und offensivere Informationen für Stellensuchende und Arbeitgeber. Man erwarte keine Wunder: Die Jugendlichen werden auch so die laufende Krise stark spüren. Gemäss Erfahrungen nach früheren Flauten dürften sie wenigstens darauf hoffen, dass im Wiederaufschwung viele versperrte Türen relativ rasch wieder aufgehen.>

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