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Bussen für Kartellsünder

Die Wettbewerbskommission hat acht bernische Elektroinstallateure gebüsst, die sich über 100 Aufträge unter Preisabsprachen zugeteilt hatten. Es handelt sich um die ersten Bussen für Mitglieder eines Submissionskartells in der Schweiz.

Insgesamt müssen die Firmen aus dem Raum Bern 1,24 Millionen Franken bezahlen, wie die Wettbewerbskommission (Weko) gestern mitteilte. Sie hat damit zum ersten Mal seit Inkrafttreten der neuen Regelung auf Anfang 2004 die Direktsanktion von Mitgliedern eines Kartells verfügt. Die Untersuchungen begannen im Januar 2008 nach Hinweisen eines anonymen Dritten. Die acht Elektroinstallationsbetriebe sprachen sich jeweils ab, nachdem ein Auftrag ausgeschrieben wurde.Jene Firma, die beispielsweise den Auftrag für eine Installation an einer Schule übernehmen sollte, reichte ihre Offerte ein. Die anderen Firmen machten teurere Scheinofferten, um den Zuschlag sicher nicht zu erhalten. Der Wert der über100 öffentlichen und privaten Projekte, welche sich die Firmen während zweier Jahre zuteilten, beläuft sich auf 30 Millionen Franken, wie Weko-Präsident Walter Stoffel sagte.Kronzeuge profitiertEine der Firmen kommt mit einem blauen Auge davon. Sie bezahlt dank der Kronzeugenregelung keine Busse, wird aber als Mitglied des zerschlagenen Kartells genannt. Die Gfeller Elektro AG habe sich in der ersten halben Stunde nach der ersten Hausdurchsuchung gemeldet, so Weko-Präsident Stoffel. Die Firma erhielt wegen der schnellen Zusammenarbeit mit den Behörden einen 100-prozentigen Bonus. Auch die übrigen Firmen kooperierten während der Untersuchung mit der Weko. Es sind dies die Scherler AG, die Alpiq InTec West AG (vormals Atel), die Burkhalter Elektro AG , die Etavis Arnold AG, die BKW ISP AG Elektro AG, die Firma Gasser + Bertschy sowie Energie Wasser Bern (EWB).Die CVP der Stadt Bern bezeichnete es gestern in einer Mitteilung als «befremdend und erschreckend», dass auch eine Tochterfirma der Stadt in das Kartell verwickelt gewesen sei. (sda/bwi)Seite 9

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