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Ahmadinejads Brandrede

Bereits der erste Tag der Antirassismuskonferenz der Uno hat die Gräben aufgezeigt, die die Weltgemeinschaft beim Thema Rassismus durchziehen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad griff Israel frontal an, während zahlreiche Staaten die Konferenz boykottierten. Ahmadinejad sprach gestern in Genf von einer «völlig rassistischen Regierung» Israels, die die besetzten palästinensischen Gebiete beherrsche. Eine ganze Nation sei heimatlos geworden, meinte er unter Hinweis auf Palästina. «Zionisten» und ihre Verbündeten hätten den Krieg in Irak geplant. Der Zionismus sei Rassismus in Reinkultur. Mehrere EU-Diplomaten verliessen den Saal, andere Teilnehmer der Konferenz, vor allem Vertreter muslimischer Staaten, applaudierten Ahmadinejad. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Rede. «Das ist das Gegenteil dessen, was diese Konferenz erreichen will», sagte er.EU ohne einheitliche HaltungDer Europäischen Union war es im Vorfeld der Konferenz nicht gelungen, sich auf eine einheitliche Linie zu verständigen. So nehmen etwa Frankreich und Grossbritannien an der Konferenz teil. Die Niederlande, Italien, Polen und Deutschland verzichteten. Hintergrund des Boykotts – dem sich auch Israel, die USA und Kanada anschlossen – war die Sorge, dass die Konferenz wie schon 2001 in Durban zu einem Podium für anti-israelische Erklärungen werden könnte. In seiner Eröffnungsrede hatte der Uno-Generalsekretär den Boykott der westlichen Staaten bedauert. «Einige Länder, die den Weg für eine bessere Zukunft bereiten helfen sollten, sind nicht hier – ich bin tief enttäuscht», sagte Ban. Er bedaure die Absage dieser Staaten: «Wir bleiben schwach und geteilt.» Die fünftägige sogenannte Durban-II-Konferenz soll prüfen, ob es seit der ersten Antirassismuskonferenz vor acht Jahren Fortschritte beim Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gab. Bereits die erste Konferenz in Südafrika war von Antisemitismusvorwürfen überschattet worden.Israel beruft Botschafter zurückDas Treffen von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Ahmadinejad vom Sonntag belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel. Aus Protest berief Israel seinen Botschafter Ilan Elgar aus Bern zurück. Und eine Schweizer Diplomatin wurde in Tel Aviv ins Aussenministerium bestellt. Merz zeigte gestern Verständnis für die Kritik, rechtfertigte das Gespräch aber. Der Dialog sei nötig. (sda)Seiten 3 und 9>

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