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Überleben auf Strommasten

Ein Tropensturm hat auf den nördlichen Philippinen zu den schwersten Überschwemmungen seit vier Jahrzehnten geführt und vermutlich mehr als hundert Menschen das Leben gekostet. Die Regierung rief für die Hauptstadt Manila und 25 weitere Provinzen den Notstand aus, nachdem am Samstag innerhalb von zwölf Stunden die Regenmenge eines ganzen Monats heruntergekommen war. Gestern waren nach amtlichen Angaben 106 Menschen tot oder galten als vermisst. Der Tropensturm «Ketsana» liess ganze Stadtteile Manilas im Hochwasser versinken. Erdrutsche kamen hinzu, Tausende von Einwohnern retteten sich vor den Fluten auf die Dächer ihrer Häuser. Rettungsmannschaften bargen unterstützt von Soldaten bis gestern mehr als 5100 Menschen. Mit Helikoptern suchten die Streitkräfte nach Menschen, die sich vor den Fluten gerettet hatten. Einige harrten auch in gefährlicher Lage auf Strommasten aus, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Begleitet wurden die Helikopter von Booten, die Gestrandete, wenn sie aus der Luft entdeckt wurden, retten sollten. Bei Versuchen, Menschen zu retten, kamen auch ein Soldat und Milizionäre ums Leben. Zehntausende obdachlosVon den Überschwemmungen waren rund 300000 Menschen betroffen, 47000 wurden in Notunterkünften wie Schulen untergebracht. Viele Menschen verloren in dem Sturm ihr ganzes Hab und Gut, waren aber glücklich, überlebt zu haben. «Wir fangen wieder bei Null an», sagte Ronald Manlangit, ein Einwohner der Ortschaft Marikina. Er sei aber froh, dass er alle seine Kinder retten konnte. Verzweifelte Hilferufe und E-Mails Tausender Menschen aus Manila und ihrer besorgten Angehörigen gingen bei Fernseh- und Radiosendern ein. «Mein Sohn ist krank und allein. Er hat nichts zu essen. Bitte schickt jemanden, damit man ihn rettet», sagte eine weinende Frau im Sender DZBB. Gestern schien dann in Manila wieder zeitweise die Sonne und zeigte das ganze Ausmass der Verwüstungen – zerstörte Häuser, umgestürzte Autos und mit Schlamm und Dreck bedeckte Strassen. Müll verstopfte die Abwasserkanäle und trieb auf Flüssen. (ap)>

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