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Brach Maschine entzwei?

Drei Tage nach dem Absturz der Air-France-Maschine

Das Unglücksflugzeug der Air France ist vermutlich in der Luft auseinandergebrochen. Darauf deuten nach Angaben von Experten die letzten Funkmeldungen über das Versagen der Instrumente, die breite Streuung der Trümmer und die kilometerlange Kerosinspur. Die Pariser Zeitung «Le Monde» berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, der Airbus sei mit einer «fehlerhaften» Geschwindigkeit über dem Atlantik unterwegs gewesen. Airbus werde in Kürze alle seine Kunden ermahnen, dass der A330 bei bedrohlichen Wetterbedingungen sein optimales Flugtempo nicht verändern dürfe. Dass genau dies in dem heftigen Unwetter passierte, hält der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt für die wahrscheinlichste Erklärung der Katastrophe: «Wenn ein Flugzeug in dieser Höhe fliegt – 10600 Meter hoch – hat es zwischen der Mindestgeschwindigkeit, unter der es abkippt, und der Höchstgeschwindigkeit, über der die Strömung über dem Flügel zusammenbricht, ein relativ geringes Polster von höchstens 50 Stundenkilometern», sagte er gestern der AP. «Wenn ein Flugzeug dann von einer Böe mit 160 Stundenkilometern ergriffen wird, ändert sich seine Fluggeschwindigkeit schlagartig.» Die Maschine falle aus ihrem Geschwindigkeits-Fenster heraus und gerate ausser Kontrolle. «So könnten die mechanischen Belastungen entstanden sein, die zum Auseinanderbrechen geführt haben.» Die am Mittwoch bekannt gewordenen letzten Funkmeldungen legen dieses Horrorszenario nahe («Bund» von gestern). Gegen 23.00 Uhr Ortszeit meldete der Pilot, er sei in eine Region mit «CBs» geraten: schwarze, elektrisch aufgeladene Wolken, die mit Böen von 160 Stundenkilometern und Blitzen einhergehen. Die folgenden Meldungen waren automatisch: die Abschaltung des Autopiloten, der Ausfall der primären Stromversorgung, eine Beschädigung wichtiger Stabilisierungssysteme, schliesslich der sukzessive Ausfall aller Steuerfunktionen. Die letzte Meldung um 23.14 Uhr dokumentiert einen Kabinendruckabfall und den kompletten Stromausfall. Zahlreiche Möglichkeiten «Das sieht ganz klar wie die Geschichte eines Flugzeugs aus, das auseinanderbrach», sagte ein Branchenexperte der Nachrichtenagentur AP. «Wir wissen noch nicht, warum. Aber das werden die Ermittlungen zeigen.» Grund könnten ein Bombenattentat, ein plötzlicher Druckabfall oder ein aussergewöhnlich starkes Wetterphänomen sein. Das Amt für Unfallanalysen (BEA) in Paris hatte am Dienstag eindringlich vor Spekulationen über die Unglücksursache gewarnt.(ap/sda)>

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