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Singende Coiffeusen

Es sind lustige Fragen, die da in letzter Zeit im Umfeld der grossen Schweizer Karaoke-Fernsehshow gestellt werden. Zum Beispiel diese: «Kät, du bist jetzt ein Musikstar, welche Art von Musik möchtest du denn machen?» Die Antwort war auch nicht schlecht: «Ich möchte Mundart machen.» Ja, erneut ist eine singende Coiffeuse kraft der Sendung «MusicStar» zu televisionärer Aufmerksamkeit gekommen und ist nun dabei, «mit der Plattenfirma zu schauen», welches denn die angemessene Musik für sie sein könnte. Im Mai soll schliesslich bereits eine CD mit dem Konterfei und der Stimme vom Brienzer Meitschi versehen werden, das – wie erwähnt – noch nicht so recht weiss, welche Musik es machen möchte, aber Berndeutsch soll es sein, «mit tiefsinnigen Texten so à la Züri West». Ins Kunstmilieu übersetzt würde das etwa folgenden Dialog ergeben: Der Laudator: «Die Stadt Bern verleiht Ihnen, Frau Kät, da Sie offensichtlich schön zeichnen können, den grossen Kunstpreis der Stadt. Die Stadtväter würden sich aber doch dafür interessieren, wie Sie denn künftig künstlerisch in Erscheinung zu treten gedenken.» Kät: «Ach, ich mach vielleicht in Architektur, womöglich auch in Borderline-Performance, so genau weiss ich das noch nicht. Aber was immer ich tue, ich tu es auf Englisch.»Ein anderer Coiffeur, der zunächst singenderweise Temporär-Prominenz erlangte und nun wegen ganz anderer Aktionen verhört wird, ist Piero Esteriore. Dem einstigen «Music-Star»-Dritten, dessen spektakulärster Coup darin bestand, nach der Lektüre eines ungünstigen Artikels kurzerhand mit dem Mercedes das Eingangsportal des Ringier-Hauses zu rammen, wurde kürzlich folgende wunderhübsche Frage gestellt: «Sind Sie aus dem Haus ausgezogen, weil Sie Angst hatten, in die Hölle zu kommen?» Was war geschehen? Piero hatte sich bei der Sendung «Big Brother» auf RTL 2 angemeldet, weil er sich erhoffte, durch etwas TV-Publizität seine schlecht laufende Debüt-CD noch einmal lancieren zu können. Er wurde tatsächlich als Nachzügler ins «Big Brother»-Haus gelassen, drohte dort aber aufgrund mangelnder Publikumsgunst sogleich in die sogenannte «Hölle» zu kommen, was bedeutet hätte, dass er unter freiem Himmel hätte übernachten und aufs Rauchen verzichten müssen. Nach bloss sieben Tagen verlies Piero Haus und Sendung freiwillig wieder. «Er hat sich wohl vorher nichts durch den Kopf gehen lassen», mutmasste hernach ein «Big Brother»-Bewohner. Doch Piero sah das ganz anders: «Die sieben Tage haben gereicht, um mich menschlich reicher zu machen», gab er zu Protokoll. Warum auch nicht. Sieben Tage haben schliesslich auch gereicht, die ganze Welt mitsamt Bewohnern zu bauen. Da keimt sogar die Hoffnung auf, Kät mögen zwei Monate reichen, um ein Album zu erfinden, das sich ohne solche Aktionen verkaufen lässt.Ane HebeisenSiegerfest Parkplatz Ballenberg Museum, Sa, 4. April, 16.30 Uhr.>

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