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Musik-Marathon-Stafette

Um 15.30 Uhr gehts los und Schluss ist erst nach Mitternacht: Der «Tribute to Fabian Kuratli» in der Dampfzentrale besteht aus 18 kurzen Konzerten und ist sozusagen eine nonkonformistische Variante des Musikantenstadls.

Was haben Bruno Amstad, Jan Galega Brönnimann, Anton Brüschweiler, Mat Callahan, Christy Doran, Kaspar Ewald, Philipp Fankhauser, Pierre Favre, Shirley Grimes, Asita Hamidi, Büne Huber, Hans Koch, Oli Kuster, Patric Lerjen, Don Li, Joe McHugh, Giancarlo Nicolai, Marcel Papaux, Hans-Peter Pfammatter, Margrit Rieben, Philipp Schaufelberger, Schmidi Schmidhauser, Michael Stauffer, Fredy Studer, Vinz Vonlanthen und Wolfgang Zwiauer gemeinsam? Sie alle bestreiten zusammen mit über 50 weiteren Musikerinnen und Musikern einen «Tribute to Fabian Kuratli» und halten damit die Erinnerung an den viel zu früh verstorbenen Berner Schlagzeuger wach. Fabian Kuratli (1970–2008) war mit vielen Szenen vernetzt – und so oszilliert denn die Musik-Marathon-Stafette in der Dampfzentrale in 18 Programmpunkten zwischen Spass-Pop und Klezmer, Folk und Minimal Electronica, Bigband-Jazz und Trio-Jazz, Wortverdreherei und Elektrogitarren-Hymnik, furioser Trommlerei und sanften Harfenklängen. Diese gross angelegte Kuratli-Hommage ist ein dem Völlerei-Prinzip verpflichtetes Ereignis. Wer neugierige und belastbare Ohren hat, darf sich auf ein Programm voller Kontraste freuen, das Einzigartigkeit für sich beanspruchen darf – wir haben es sozusagen mit einer nonkonformistischen Variante des Musikantenstadls zu tun. In der Kürze liegt die Würze Damit dieser Massenauflauf nicht ausfranst, hat man einen Fahrplan ausgearbeitet, der an den Halbstundentakt der SBB erinnert und die Bands dazu zwingt, nach dem Prinzip «In der Kürze liegt die Würze» zu handeln. Der Beginn des ersten Konzerts (Teddy Fontessa) ist auf 15.30 Uhr angesetzt, das letzte Konzert (Are Dee) soll um 1.30 Uhr losgehen. Dass dieser Grossanlass am selben Tag wie die Gala-Night des Jazzfestivals Bern stattfindet, mag Zufall sein, macht aber durchaus Sinn, zählte Kuratli doch zu einer Reihe von Berner Musikern, die sich überlegten, mit einer eigenen Veranstaltung gegen die fragwürdige USA-Fixierung des Jazzfestivals zu protestieren. Dazu ist es nicht gekommen, doch als Initiant der Musikfestwochen trug Kuratli, dem es in vorbildlicher Weise gelang, seine rebellische Natur in pragmatische Bahnen zu lenken, seinen Teil zur Belebung der Berner Jazz- und Impro-Szene bei. Wer weiss, vielleicht feiert er ja jetzt das wuchtige Ja zum Kulturzentrum Progr mit einer Jam-Session auf Wolke 9.

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