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Würgler: «Einzige Möglichkeit»

2007 wollte die Universitätsleitung das Berner Institut für Soziologie schliessen – dort besuchen immerhin 500 Studierende Vorlesungen. «Wir wollen weniger Fächer in hoher Qualität anbieten», sagte Rektor Urs Würgler damals. Die Fakultät lehnte die Schliessung ab. Nun wurde aber bekannt, dass die beiden seit Jahren vakanten Soziologie-Professuren vielleicht nicht bis zum Herbstsemester besetzt werden können. Zudem hat die einzige Professorin, Claudia Honegger, gekündigt (siehe Interview).

Wütend macht die Studierenden auch, dass ab Herbst ein Bachelor – dieser entspricht den ersten drei Studienjahren – Sozialwissenschaften eingeführt werden soll, der Soziologie, Politologie und Medienwissenschaft vereint. Er ersetzt die bisherigen Bachelors in Soziologie und Politologie. «Das ist ein Wischiwaschi-Studium», sagt Philippe Saner, der die Interessen der Studierenden vertritt. Zudem hätten sich Maturanden bereits für die Uni anmelden müssen. «Nun bekommen sie nicht das Studium, das sie wollten – und wurden nicht einmal informiert.» Bei der Erarbeitung des neuen Studiengangs seien die Studierenden kaum berücksichtigt worden. Morgen um 13 Uhr äussern sie ihren Unmut deshalb mit einem Marsch von der Uni Tobler zum Hauptgebäude der Uni.

«Das Institut für Soziologie hatte jahrelang Zeit, an einem gemeinsamen Studienplan mitzuarbeiten, hat diesen aber immer boykottiert», sagt hingegen Winand Emons, Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. «Die Einführung des neuen Studiengangs ist die einzige Möglichkeit, die Soziologie zu erhalten», erklärt Rektor Urs Würgler. Politologie und Soziologie auf heutigem Niveau weiterzuführen, wäre zu teuer. «Und was die Berufungen angeht: Es ist nun einmal schwierig, fähige Leute zu finden.» (sn)

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