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Unileitung wird rundum erneuert

Das Kandidatenkarussell für die Nachfolge des Universäts-Rektors sowie der beiden Vizerektoren beginnt bereits zu drehen. Für die Rektor-Nachfolge hat die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Gunter Stephan nominiert. Die Studierenden wollen jedoch eine Rektorin.

Doe Amtszeit von Urs Würgler, Gunter Stephan und Felix Frey (v.l.) geht ihrem Ende zu. (zvg, Universität Bern)
Doe Amtszeit von Urs Würgler, Gunter Stephan und Felix Frey (v.l.) geht ihrem Ende zu. (zvg, Universität Bern)

Innerhalb eines Jahres tritt in Bern mit Ausnahme des Verwaltungsdirektors die gesamte Universitätsleitung zurück. Felix Frey, Vizerektor Forschung, räumt bereits Ende Juli nach vier Jahren seinen Sessel. Rektor Urs Würgler muss 2010 altershalber zurücktreten. Und Gunter Stephan, Vizerektor Lehre, macht nächstes Jahr ebenfalls Platz für jemand Neues. Die fast gleichzeitige Neubesetzung der drei wichtigsten Ämter stellt die Universität vor grosse Herausforderungen. «Der Zeitplan ist sehr eng», sagt Karénina Kollmar-Paulenz, Leiterin des vor einem halben Jahr gegründeten Wahlausschusses. Noch ist nicht einmal klar, ob die Ämter wie bisher nur universitätsintern oder öffentlich ausgeschrieben werden sollen. Der Ausschuss werde dem Senat als oberstem Organ der Universität Mitte Mai diesbezüglich einen Antrag unterbreiten. Klar ist bereits, dass es bis im Juli nicht reichen wird, die Nachfolge von Felix Frey zu regeln. Dieser hat sich nun nach eigenen Angaben bereit erklärt, bis zu einer Lösung noch auszuhelfen.Im Prinzip komme die ganze Ausschreibung viel zu spät, sagt der amtierende Rektor Urs Würgler. Die Nachfolgerinnen oder Nachfolger der Vizerektoren sowie des Rektors bräuchten mindestens ein Jahr Zeit, um sich in die komplexe Aufgabe einzuarbeiten, so Würgler. Verschlafen haben will das Geschäft aber weder der Wahlausschuss noch das Rektorat.90 Prozent für Gunter StephanSchneller als vorgesehen reagiert hat hingegen die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät. Noch vor der Ausschreibung hat sie den heutigen Vizerektor Lehre als Kandidaten für das Amt des Universitätsrektors nominiert, wie Gunter Stephan selber sagt. «Rund 90 Prozent hätten für die Nomination Stephans gestimmt», bestätigt Dekan Winand Emons. Stephan sei ein valabler Kandidat, der über viel Erfahrung aus der Unileitung verfüge. Er hoffe nicht, dass es für Stephan zum Handicap werde, dass er Deutscher sei, sagt Emons, der wie Stephan vor über 20 Jahren aus Deutschland in die Schweiz gekommen ist. «Bei der Wahl soll die Qualität der Arbeit und nicht die Nationalität des Kandidaten eine Rolle spielen.» Er freue sich über die Nomination, sagt Stephan, selber habe er sich aber noch nicht entschieden, ob er sie tatsächlich annehmen werde.Die Studierenden haben zwar noch keinen Namen ins Spiel gebracht, aber immerhin schon ein Anforderungsprofil für die neue Unileitung erstellt. Wichtigste Voraussetzung für sie ist das Geschlecht: «Wir wollen eine Rektorin», sagt Anna Leissing, Vorstandsmitglied der StudentInnenschaft. Nachdem die Universität Bern 175 Jahre lang von Männern geleitet worden sei, gehöre nun eine Frau an die Spitze.Gegen etablierte SeilschaftenDie Studierenden setzen sich ausserdem für eine offene Ausschreibung des Rektorenamts ein. Bisher konnten nur die acht Fakultäten Vorschläge zuhanden des Senats verabschieden. «Dies hat dazu geführt, dass potenzielle KandidatInnen ausserhalb der etablierten Seilschaften nicht nominiert wurden und sich die Uni vor externen Einflüssen verschloss», so der Vorstand der StudentInnenschaft. Dem Vernehmen nach will der Wahlausschuss nun beide Varianten zulassen. Die Fakultäten sollen also ihre Kandidaten nominieren, ohne dass andere Nominationen dadurch verhindert werden. Karénina Kollmar-Paulenz will dazu noch keine Stellung nehmen.Amt des Rektors aufgewertetDie heutige Bedeutung hat das Amt des Universitäts-Rektors erst seit 1997. Mit dem neuen Universitätsgesetz wurden damals der Unileitung deutlich mehr Kompetenzen übertragen und das Amt des Rektors wurde zu einem Vollamt aufgewertet. Vorher kümmerte sich ein ordentlicher Professor im Zweijahresturnus parallel zu seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit um die Aufgaben des Rektors. Als «Funktionszulage» erhält der Rektor heute neben seinem Professorengehalt (zwischen 170000 und 220000 Franken) zusätzlich 40000 Franken jährlich. Die Vizerektoren, die 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Leitung der Uni einsetzen, erhalten zusätzlich 25000 Franken.

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