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Regionalkonferenz soll Bern stärken

Die Regionalkonferenz fördere den Dialog, sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Ruth Linder findet hingegen, dass Randgemeinden vernachlässigt werden – am Podium zur Regionalkonferenz gingen die Meinungen auseinander.

«Stadt und Land gemeinsam» – das ist das Ziel der neuen Regionalkonferenz (RK), über die am 17. Mai abgestimmt wird. Künftig sollen die 99 Gemeinden der Region Bern-Mittelland vor allem in den Bereichen Verkehr, Raumplanung, Kultur und Regionalpolitik enger zusammenarbeiten. Sagt sowohl eine Mehrheit der Stimmberechtigten wie auch der Gemeinden am 17. Mai Ja, tritt die RK im Januar 2010 in Kraft. Was die Vor- und Nachteile dieser Konferenz sind, diskutierten der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät (sp) sowie politische Exponenten aus vier Gemeinden am Montag an einem von der BDP Wohlensee Nord organisierten Podium. Gut 50 Personen verfolgten das Gespräch im Reberhaus in Uettligen in der Gemeinde Wohlen.Einen schweren Stand hatte die einzige Gegnerin in der Runde, die parteilose Gemeindepräsidentin von Linden, Ruth Linder. «Viele Politikerinnen und Politiker schwärmen von der Regionalkonferenz. Warum sind Sie dagegen?», fragte Gesprächsleiter Christoph Bussard, Redaktor beim «Bund». Linden gehöre zwar zur Region Bern-Mittelland, «doch wir liegen am Rande der Region». Sie befürchte, dass durch die Verlagerung der Kompetenzen die Machtverhältnisse «in eine falsche Richtung» verschoben würden. Mit der einen Stimme, die ihr bei der RK zustehe, könne sie auf die politischen Entscheidungen keinen Einfluss nehmen, sagte Linder. «Die Randgemeinden werden vernachlässigt.» Ein mutloser SchrittNicht gerade euphorisch tönte Tschäppät: Für ihn sei die Regionalkonferenz zwar ein Schritt in die richtige Richtung, «aber ein etwas mutloser Schritt», sagte er. Diese Lösung ziele am eigentlichen Problem vorbei. «Im Kanton Bern gibt es nach wie vor viel zu viele Gemeinden – eigentlich braucht es Fusionen.» Dennoch: Bisher hätten die Vertreter der verschiedenen bernischen Gemeinden kaum miteinander gesprochen, die Regionalkonferenz biete nun diese Plattform. «Jetzt sitzen Frau Linder und ich gemeinsam an einem Tisch und tauschen uns aus, diese Gelegenheit bot sich vorher nicht.» Mit der RK sei es möglich, die Probleme und Ängste der anderen kennen und verstehen zu lernen.Ähnlich äusserte sich Kirchlindachs Gemeindepräsidentin Magdalena Meyer-Wiesmann (fdp): «Es ist wichtig, dass wir Probleme gemeinsam angehen.» Es sei an der Zeit, vom Egoismus wegzukommen und ganzheitlich zu denken. Auch wenn zu vielen Gemeinden kein direkter Kontakt bestehe, müsse die Zusammenarbeit verstärkt werden, sagte auch Tarzisius Lipp (fdp), Vize-Gemeindepräsident von Meikirch. Gerade bei Verkehrsfragen sei es wichtig, die gesamte Region einzubeziehen. Christian Müller, parteiloser Gemeindepräsident von Wohlen, ist überzeugt, dass die Region Bern-Mittelland von der neuen Regionalkonferenz profitieren wird: «Treten wir gemeinsam auf, sind wir gegenüber Kanton und Bund in einer stärkeren Position.» Davon ist auch Tschäppät überzeugt: «Wenn wir uns gegen Metropolen wie Zürich oder Genf behaupten wollen, müssen wir gemeinsam auftreten.» Zahl der Gemeinden zu hoch99 Gemeinden sollen in der neuen Regionalkonferenz zusammenarbeiten. Das seien zu viele, waren sich alle Teilnehmenden einig. «Der Aufwand für gewisse Geschäfte wird bei so vielen Beteiligten zunehmen», ist Lipp überzeugt. Meyer sagte, dass die Zahl an der «oberen Grenze» sei. Aber: Es handle sich um einen Raum, der zusammengehöre. Dem konnte sich Linder nicht anschliessen: Das Gebiet sei zu gross, viele Gemeinden hätten nicht die gleichen Interessen: «Es ist schwierig, Entscheide ohne einen gemeinsamen Nenner zu fällen.» Tschäppät teilte Linders Meinung: Eine Gemeinde wie Bern habe mit Linden überhaupt nichts gemein. «Die Regionalkonferenz hat nur psychologische Bedeutung.» Müller ist trotz der hohen Anzahl an Gemeinden zuversichtlich: «Wagen wir es, es wird gelingen!»Abschliessend wollte der Gesprächsleiter wissen, ob die Vorlage angenommen wird. «Ich befürchte es», sagte Linder. Lipp wagte sich nicht allzu fest auf die Äste hinaus: «Es kann durchaus die eine oder andere Überraschung geben.» Deutlicher äusserte sich Tschäppät: Es handle sich um eine Abstimmung, die niemanden interessiere, sagte er. «Das Geschäft wird deshalb locker durchmarschieren.»>

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