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Letzte Spuren des verblichenen Glanzes

Die Totalsanierung des Hotels Schweizerhof in Bern schreitet voran, auch wenn von aussen kaum etwas sichtbar ist. «Wir haben viel gemacht, doch alles geschah diskret», sagt Umbau-Projektleiter Bruno Schöpfer. Im Spätsommer soll der Wiederaufbau des Hauses gestartet werden.

Die Fassade des Hotel Schweizerhof.
Die Fassade des Hotel Schweizerhof.
Valérie Chételat
Der zweite Stock ist ausgehöhlt, übrig geblieben sind Betonwände, Stützelemente, Türen und ein paar Leitungen.
Der zweite Stock ist ausgehöhlt, übrig geblieben sind Betonwände, Stützelemente, Türen und ein paar Leitungen.
Valérie Chételat
2010 soll das Hotel wiedereröffnet werden.
2010 soll das Hotel wiedereröffnet werden.
Valérie Chételat
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Äusserlich hat sich kaum etwas verändert, seit das seit 2005 geschlossene Hotel Schweizerhof total umgebaut wird. Die Lobby sieht aus, als wäre sie erst vor ein paar Tagen verlassen worden. Die Vorhänge im Erdgeschoss sind fein säuberlich gezogen, die Messingtafel mit dem Hinweis «Das Hotel ist geschlossen» hängt unverändert an ihrem Platz. Im «Jack’s» geniessen Geschäftsleute, Rentner und Passanten den morgendlichen Kaffee. Wer Spuren der bevorstehenden Gesamtrenovation sucht, muss in die abgesperrte Zone vordringen. In der Bel Etage mit dem denkmalgeschützten Saal Trianon ist in den letzten Wochen einiges umgestellt worden. Personalkantine, Garderoben und Toiletten der Angestellten des «Jack’s» und der Arcady-Bar sind vom ersten Untergeschoss hierhin verschoben worden. In den Gängen hängen etliche Kabelstränge unter den Decke. Sie sind Teil der provisorischen Installationen, die sicherstellen, dass das «Jack’s» auch dann noch mit Strom versorgt wird, wenn einmal alle Stockwerke ausgehöhlt sind. Fast alles wird herausgerissenEine Etage weiter oben haben die Abbruchspezialisten bereits ganze Arbeit geleistet. Fast alles, was nicht niet- und nagelfest ist, rissen sie heraus: Teppiche, Tapeten, Gipswände, Deckenverkleidungen, Heizungen, Bäder, Strom- und Abwasserleitungen. Übrig geblieben sind ein langer kahler Raum, alle tragenden Säulen, die Fensterfront, die Türen und das denkmalgeschützte Treppenhaus. Das radikale Vorgehen hat seinen Grund: Die neue Besitzerin, die Firma Barwa aus dem Emirat Katar, strebt eine standardisierte Zimmerstruktur an. «Geplant sind 90 grosszügig angelegte Zimmer mit exklusiven Badezimmern», sagt Bruno Schöpfer, Betriebsleiter der Barwa Swiss Management AG. Schöpfer, der von Zug aus die Totalsanierung von «Schweizerhof», «Royal Savoy» in Lausanne und den Hotels auf dem Bürgenstock dirigiert, hat während des Rückbaus schon einiges erlebt. So sei es eine grosse Herausforderung gewesen, die Strom- und Wasserversorgung sicherzustellen für die im Erdgeschoss untergebrachten Geschäfte Tchibo und Gübelin sowie des Restaurants La Boca.Erstaunt haben Schöpfer auch die vielen Hohlräume, die hinter Gipswänden zum Vorschein kamen. Der «Schweizerhof» müsse in seiner 150-jährigen Geschichte etliche Renovationen erlebt haben, sagt der ehemalige Chef der Mövenpick Hotels and Resorts. Wohin mit den Kronleuchtern?In der dritten und vierten Etage ist noch etwas vom verblichenen Charme des Luxushauses zu sehen. Abgewetzte Spannteppiche mit Bourbonenlilienmuster bedecken die Korridore, Wandlampen mit verschnörkelten Halterungen erinnern an längst vergangene Zeiten. «Was mit ihnen passiert, entscheiden wir zusammen mit unseren Innenarchitekten», sagt Schöpfer. Bald wird es vorbei sein mit der Ruhe in den noch nicht ausgeweideten Etagen. In den nächsten Wochen werden die Abbrucharbeiten fortgesetzt. Sie erlitten einen Unterbruch, weil Schöpfer eine zweite Ausschreibung veranlasste. Dies geschah, um nicht frühzeitig die veranschlagten Kosten massiv zu überschreiten. Anfangs schätzte Schöpfer das Investitionsvolumen auf 35 Millionen Franken. Nun spricht er von rund 40 Millionen. Bis Ende Juli soll die «Aushöhlung» des gesamten Hauses abgeschlossen sein. Schöpfer sagt, man sei mit dem Rückbau «trotz der Ehrenrunde, die wir drehten», im Zeitplan. Arcady-Bar schliesst nach WMDer neue «Schweizerhof» am Berner Bahnhofplatz soll im Frühling 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Für eine andere zum Hotel gehörende Institution, die Arcady-Bar, hat hingegen bald das letzte Stündlein geschlagen. Nach Abschluss der Eishockey-WM am 10. Mai wird das Lokal für immer seine Türen schliessen. Die Bar wird ersetzt durch eine Lobby-Lounge und eine Lobby-Bar. Nach Schöpfers Plänen soll sie zu einem beliebten Treffpunkt in Bern werden.

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