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Kulturstrategie stösst auf breite Zustimmung

Kulturdirektor Bernhard

Mario Annonis Kulturstrategie war bereits als Entwurf zerpflückt worden und schaffte es nicht einmal in die Vernehmlassung. Das Papier von Nachfolger Bernhard Pulver scheint nun deutlich grössere Chancen zu haben, zur neuen Basis der bernischen Kulturpolitik zu werden. In der breiten Konsultation fiel das Echo jedenfalls «überwiegend positiv» aus, wie der Kanton gestern mitteilte.Bisher wurden die 45 Millionen Franken an Kantonssubventionen nach sehr unterschiedlichen Kriterien auf fast 200 Kulturinstitutionen verteilt. Künftig soll es nur noch vier Subventionsmodelle geben: Bei den Institutionen mit «nationaler Ausstrahlung» (Zentrum Paul Klee, Kunstmuseum Bern, Freilichtmuseum Ballenberg) übernimmt der Kanton Bern die Subventionierung zu 100 Prozent. Dies sei in der Konsultation «grossmehrheitlich» unterstützt worden – auch von den betroffenen Institutionen. Für Veronica Schaller, Kultursekretärin der Stadt Bern, gibt es aber bezüglich Umsetzung noch viele offene Fragen. Sie glaubt beispielsweise nicht, dass die Stadt um rund zwei Millionen Franken entlastet wird, wie dies der Kanton verspricht. «Die Entlastung tendiert gegen null, da der Betrag mit Mehrbelastungen im neuen Finanzausgleich kompensiert wird», so Schaller. Das Historische Museum Bern sowie das Alpine Museum haben ebenfalls nationale Ausstrahlung, sie will der Kanton aber weiterhin zusammen mit anderen Partnern finanzieren. Bei den übrigen Institutionen in den Zentrumsstädten übernimmt der Kanton künftig 40 Prozent der Subventionen, bei Einrichtungen in anderen Gemeinden 50 Prozent. «Das ist ein klares Bekenntnis, dass wir nicht nur kulturelle Leuchttürme im Zentrum, sondern Institutionen im ganzen Kanton unterstützen wollen», sagt Kulturdirektor Pulver. Insgesamt stehe aber nicht mehr Geld zur Verfügung als heute. Die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden werde aber geklärt.«Stabilisierender Partner»In der Konsultation zur Kulturstrategie verlangte eine grosse Mehrheit, dass der Kanton weiterhin an der strategischen Steuerung der Kulturinstitutionen beteiligt bleibt. Ein Finanzierungsmodell, wonach der Kanton den Kultur- oder Regionalkonferenzen einen «Globalbeitrag» zur freien Verfügung überlassen hätte, wurde verworfen. «Das ist ein deutliches Zeichen für uns, dass der Kanton als stabilisierender und kompetenter Partner der Kulturinstitutionen wahrgenommen wird», sagt Pulver. Der Kanton werde daher die Kulturinstitutionen weiterhin gemeinsam mit den Gemeinden steuern. Als einzige Region hatte sich Bern für den Rückzug des Kantons aus der strategischen Verantwortung ausgesprochen. Die Regionale Kulturkonferenz konnte gestern aber zur aktualisierten Kulturstrategie noch nicht Stellung nehmen.Gut aufgenommen wurde auch das Projekt Bildung und Kultur, mit dem die Kulturvermittlung in den Schulen gestärkt werden soll. Pulver wird dem Regierungsrat nun einen Massnahmenkatalog vorlegen. Gehör zeigte Pulver schliesslich für die Filmschaffenden, die mehr Einsatz für die Filmförderung verlangten (siehe Kasten). Die Kulturstrategie wird im März vom Grossen Rat behandelt und soll bis 2012 in ein neues Kulturförderungsgesetz münden.>

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