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Kommentar: Aussichtsloses Unterfangen

Nun wollen sich lokale, kantonale und nationale Politiker aus der Region Thun für die Schwarzschwäne ins Zeug legen. Angeführt wird der Rettungstrupp vom Sigriswiler SVP-Nationalrat Adrian Amstutz. Mit markigen Worten hat er klargemacht, wo er die Gegner ortet und was er von ihnen hält: Die Umweltschützer bezeichnet er als Taliban, den Staatsangestellten wirft er vor, sich mit einem Scheinproblem zu befassen. Beim schwarzen Schwan liegt die Schwierigkeit aber eben gerade darin, überhaupt erkennen zu können, dass es sich nicht um ein Scheinproblem handelt. Einfacher ist es, ihn als harmlose, standorttreue, «eher träge, auffällige und keineswegs invasive Art» darzustellen, wie das Grossrat Andreas Lanz in seiner Motion tut.

Die Ereignisse im vergangenen Jahr haben aber beispielhaft vor Augen geführt, dass sich die trägen, auffälligen Vögel halt doch nicht anders verhalten als andere, weniger auffällige Tiere: Sie neigen dazu, sich auszubreiten. Mehrere Schwarzschwäne vom Thunersee flogen an den Neuenburger- und an den Genfersee. Am Wohlensee haben sie sogar schon Eier gelegt. In den weitläufigen Schilfflächen des Neuenburgersees wäre es schwieriger, die Nester aufzuspüren.

Der aus Australien stammende Schwarzschwan ist eine exotische Tierart. Solche Tierarten sollen sich gemäss Bundesgesetz nicht ausbreiten dürfen. Für den Schwarzschwan-Rettungstrupp dürfte es schwierig werden, Argumente zu finden, mit denen sich die bestehenden Gesetze aushebeln lassen.

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