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«Die Stimmung ist aufgeheizt»

Vor dem Cupfinal YB-Sion ist die Stimmung bei den Fans angespannt. Der Final ist ein Hochsicherheitsspiel.

Es ist die Zeit der kleinen Nadelstiche. FC-Sion Präsident Christian Constantin beklagt sich lautstark über den Kunstrasen, das Spieldatum (erstmals wird ein Cupfinal an einem Mittwochabend ausgetragen) und den Schiedsrichter, den der Fussballverband ausgewählt hat («Bund» von gestern). Die YB-Fans in der Ostkurve hängen beim Meisterschaftsspiel YB - Sion ein Transparent auf, auf dem steht «Walliser: Ihr Schweine». Um die Gäste noch etwas mehr zu ärgern, zerstechen Unbekannte bei zwei Fanbussen die Reifen. Die Betroffenen reagieren im Internetforum empört und schwören Rache. Auf «Gäub-Schwarz», dem YB-Forum, halten Berner Supporter munter dagegen mit Kraftmeiereien. «Es gibt auf beiden Seiten Leute, die die Konfrontation suchen», weiss Lukas Meier von der Fanarbeit Bern.«Die Stimmung ist aufgeheizt», sagt Patrick Schaller, Sicherheitschef des FC Sion. Dennoch hofft er – wie Meier auch –, es gebe ein friedliches Fussballfest. «Der Cupfinal hat im Wallis Tradition und ist mit positiven Emotionen verbunden.» Trinken, Singen und Feiern ja, «nicht aber Pöbeleien und Prügeleien». Und die wüsten Szenen am Ostermontag in Luzern, als Sion-Fans nach der Finalqualifikation aufs Feld stürmten und sich mit Luzernern anlegten? Diese seien auf «eine Verkettung unglücklicher Umstände» zurückzuführen, sagt Schaller. «Überbordende Freude» nach einer Saison voller Tiefschläge habe die Anhänger auf den Rasen stürmen lassen. «Die wenigsten gingen mit böser Absicht auf den Platz.» Was nicht heisse, dass er die Vorfälle gutheisse, fügt Schaller an. Er hat in den letzten Wochen intensive Gespräche mit verschiedenen Fangruppen geführt und sie zur Vernunft gebeten. Auch die lokalen Medien hätten an die heissblütigen Walliser appelliert, in Bern kühles Blut zu bewahren. Schaller denkt, dass sich die allermeisten Supporter gesittet verhalten werden – selbst wenn ihr Team erstmals einen Cupfinal verlieren sollte. «Die Walliser sind stolze Menschen. Sie werden nach dem Match sofort nach Hause zurückkehren.» Die Sion-Fans werden heute Nachmittag die Berner Innenstadt in Beschlag nehmen – auch wenn viele erst nach 16 Uhr mit Extrazügen anreisen. Nach Absprache mit der Berner Polizei hat der Klub seinen Anhang aufgerufen, sich vom Bahnhof direkt auf die Schützenmatte zu begeben. Dort startet um 18 Uhr der offizielle Fanmarsch, der über die Lorrainebrücke ins Wankdorf hinausführt. Die YB-Anhänger führen das gleiche Ritual auf einer anderen Route durch: Vom Versammlungsort Waisenhausplatz führt der Marsch via untere Altstadt und Aargauerstalden ins Stadion. Die Trennung der beiden Fangruppen geschieht laut Auskunft der Polizei nicht aus Sicherheitsgründen. Die übliche Route über die Kornhausbrücke müsse wegen der BEA für den ÖV freibleiben und vertrage nicht noch Fankolonnen, sagt Einsatzleiter Markus Gisin. Er befehligt heute ein Grossaufgebot, dem auch Angehörige des Polizeikonkordats Nordwestschweiz angehören. Die Gewaltexzesse beim Match FCZ - Basel am Sonntag hätten das Dispositiv «nicht wesentlich verändert», sagt er. Der Cupfinal gelte ohnehin als Hochrisikospiel. Leider gebe es heute «bei fast jedem Klub gewaltbereite Fans». Dennoch rechne er mit einem friedlichen Anlass.

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