Regierungsrat will neues AKW in Mühleberg

Trotz rot-grüner Mehrheit macht sich die Berner Kantonsregierung für ein neues AKW in Mühleberg stark.

Dies beschloss der Regierungsrat mit Blick auf die Anhörungen der ständerätlichen Energiekommission von nächster Woche. Den Ausschlag gaben wirtschaftliche Überlegungen. So strebt die Mehrheit der Regierung zwar grundsätzlich weiterhin eine AKW-freie Schweiz an, wie Regierungsrat Urs Gasche (bdp) einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte. Es gebe aber Zeichen dafür, dass die Akzeptanz für AKWs in der Bevölkerung zunehme. Wenn die Schweizer Bevölkerung weiterhin Atomkraftwerke wolle, sollte aus Sicht der Regierung der Standort Mühleberg zum Zug kommen. Andernfalls entginge dem Kanton Bern eine Wertschöpfung, die von AKW-Befürwortern auf über 400 Mio Franken beziffert wird.

Gasche sitzt als einer der Vertreter des Mehrheitsaktionärs Kanton Bern im BKW-Verwaltungsrat und wird sich an den Anhörungen der Kommission für den Standort Mühleberg einsetzen. Bisher bezog die Regierung keine Stellung zum AKW-Standort Mühleberg, als die BKW das Rahmenbewilligungsgesuch einreichte, hatte dies die Regierung zur Kenntnis genommen.

Energiezukunft ohne AKW

Die Grünen werden sich gegen den Neubau eines Atomkraftwerks im Kanton Bern mit allen verfügbaren Mitteln wehren, teilten die Grünen Kanton Bern mit. Die Grünen erwarteten, dass sich der Regierungsrat ohne Zweideutigkeit vom Bau neuer Atomkraftwerke distanziere. Auch die Berner Bevölkerung sehe die Energiezukunft nicht in der Atomenergie, die Initiative der Grünen, «Bern erneuerbar», hätten bis jetzt 19000 Personen unterschrieben. «Wir wollen den Ausstieg aus der Atomenergie», sagt Irène Marti, Präsidentin der SP Kanton Bern. Ein AKW-Standort in Mühleberg sei mit diesem Ziel nicht vereinbar. Aus wirtschaftlicher Sicht müsse konsequent in erneuerbare Energien investiert werden.

Zurzeit sind drei Gesuche für neue Atomkraftwerke hängig. Alpiq hatte im Juni 2008 ein Gesuch für ein neues AKW in Gösgen eingereicht; Axpo und BKW hatten im Dezember mit Gesuchen für Beznau und Mühleberg nachgezogen. In der Branche herrscht allerdings Einigkeit darüber, dass zwei neue AKWs ausreichen. (sda/ba)>

Der Bund

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